Hey,

Schaut öfter mal rein, denn wir überarbeiten gelegentlich auch unsere Rückstände und die werden chronologisch eingefügt. Sie stehen also nicht unbedingt immer oben...
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Mittwoch, 4. April 2018

Pinizzotto: Wird ja immer schlimmer...


Also ja, ich mag den Pinizzotto nicht und ich mache mir nicht mal Gedanken darüber, wie ich es finden würde, wenn er bei uns spielt. Aber mal ehrlich, jetzt wird es peinlich und ich erwische mich dabei, wie sich gelegentlich das Mitleid regt. Naja, nur'n büschen...

Und ich will auch gar nicht, dass München schon wieder Meister wird. Wird ja langweilig, kann man gleich zum Fußball gehen...

Aber ernsthaft Leute: Strafanzeige? Stadionverbot? Klar, wir haben 'ne Silbermedaille, das muss doch mit Peinlichkeiten kompensiert werden. Wir sind ja schließlich Eishockey und haben einen Ruf zu verlieren. Das Bundesadler-Ding und die Merch-Battle haben wohl nicht gereicht.

Es gibt Sportgerichtsbarkeiten in unterschiedlichen Ausprägungen und da gehört es auch hin. Die Staatsanwaltschaft gehört nicht dazu, aber sie muss halt ermitteln, wenn ein Strafantrag gestellt wird. Toll Leute... Wieder Steuergelder verschwendet.

Ein Stadtrat in Ingolstadt (haben die jetzt mit Mannhein getauscht und spielen Playoffs?) prüft ein Stadionverbot? Geht der 1. April jetzt 'ne komplette Woche?? Kollege, gibt es nicht was wichtigeres für die Bürger Ingolstadts als einem Spieler ein SV zu erteilen, gegen den ihr nicht mal spielt und der einen Spieler aus einem gaaanz anderen Bundesland umgenietet hat? Vielleicht hat irgendein Familienmitglied Pinizottos auch mal in den Pazifik gepinkelt und er bekommt in Bremerhaven Stadionverbot, weil das irgendwann den Deich erreicht? Boah...

Leute, es sind Playoffs... Da ist leichter mal Zickenalarm. Leider haben wir aber die Matrix mit Social Media und viele Leute, die einen Wesenstest im Ansatz nicht bestehen würden.

Andere sind im Playoff-Modus, teilen aus, stecken ein und wissen wo die Grenzen sind. Natürlich vergleicht man Fouls miteinander. Machen alle, auch ich... Sachlich gesehen, ist das Schwachsinn, denn jedes Foul ist für sich allein zu bewerten. Ihr trinkt ja auch kein fremdes Bier leer, nur weil das woanders gemacht wurde?

Ich fand es ja zu Anfang witzig und bin ein ausgewiesener Freund des Trashtalks. Aber das jetzt? Wann wurde es zu dumpfer Pöbelei? Und das beziehe ich nicht nur auf die aktuellen Kontrahenten. Gott, was gehen mir die Leute auf den Senkel, die nix besseres zu tun haben, als in Sekundenbruchteilen auf die gegnerische Facebook-Seite zu stürmen und da rumzuzicken?

Wenn mein Team gewonnen hat, habe ich da gar keine Zeit für. Dann freue ich mich mit Freunden. Wenn mein Team verloren hat, brauche ich locker 'ne Viertelstunde, um das zu verdauen und will mich mit sowas gar nicht beschäftigen. Ich würde nie auf die Idee kommen, einen Augenblick nach Abpfiff auf eine "gegnerische" Seite (Club, Fans, einzelne Fans, was auch immer...) zu gehen und da irgendwas zu schreiben.

Ehrlich: Ich vermisse intelligenten, derben und augenzwinkernden Trashtalk. Aber hey... Warum sollte die Diskussionskultur der aktuellen Politikhasser vor dem Eishockey halt machen. Vielleicht sind wir doch nix besonderes... ;)

So genug davon... Ich schwelge jetzt in Erinnerungen. Von Zeiten, als man sich derbste Sache auf den Tribünen entgegenbrüllte und hinterher total entspannt ein Bierchen schlabberte. Am Ende sind es alles doch nur Menschen. ;)

Bis dahin
Helge

Samstag, 9. September 2017

DEL 2017/18, 1. Spieltag, die "Etat-Tabelle"

Einen geilen Hockeyabend mit Freunden verbracht, leicht angetüddelt und mal so überlegt: Dass Teams wie München oder Mannheim alleine schon wegen ihres Etats favorisiert sind, liegt auf der Hand. Da braucht man nicht neidisch sein, ist halt so. Aber wie wäre es, wenn man mal die Ergebnisse in Relation setzt?

Wir haben mal den etatmäßig unterlegenem Club einen Quotienten verpasst und die Ergebnisse nach 60 Minuten entsprechend angepasst. Ist schon interessant, aber letztlich nur eine Zahlenspielerei. Dafür haben wir die geschätzten Etats verwendet, die die Eishockeynews am 05.09.2017 verwendet hat. Hier die Ergebnisse, die Tore sind gerundet und wenn es aufs gleiche Ergebnis hinauslief, haben wir die Tore in Overtime oder im Shootout addiert. Und die Tabelle sähe dann so aus:


Platz Team T GT Diff. Punkte
1 Bremerhaven 11 4 7 3
2 Straubing 7 2 5 3
2 Augsburg 7 2 5 3
4 Nürnberg 4 2 2 3
4 Krefeld 4 2 2 3
6 Mannheim 6 5 1 3
7 Schwenningen 2 1 1 2
8 Iserlohn 1 2 -1 1
9 Wolfsburg 5 6 -1 0
10 Berlin 2 4 -2 0
10 München 2 4 -2 0
12 Ingolstadt 2 7 -5 0
12 Düsseldorf 2 7 -5 0
14 Köln 4 11 -7 0

OK, ist Spielerei. Aber wenn man bedenkt, was die "kleinen" Teams so leisten müssen, auch ein wenig fairer. Klar schießt Geld über kurz oder lang Tore. Umso höher ist aber der Aufwand einzuschätzen, den die Underdogs auf sich nehmen.

Und bitte nicht allzu ernst nehmen. Glaubenskriege wollen wir nicht auslösen... ;)


Samstag, 26. November 2016

Warum U20-Spiele Spaß machen

U20-WM 2014: Die deutsche Mannschaft beim Aufwärmen
Tja, die U20-WM Div. I, A in Bremerhaven steht an. Da denken wir natürlich auch an die Spiele dieser oder nahe liegender Altersklassen nach, die wir so in der Vergangenheit besucht haben.

Kurz und knapp: Es macht Laune! Die Jungs spielen oft unbekümmert, sind schnell und manchmal auch etwas... Naja, sehr motiviert eben. Teilweise krachen die in die Bande, schütteln sich kurz und weiter geht es. Natürlich passieren auch Fehler, aber die sind ja auch das Salz in der Suppe.

Ohne Fehler wird es schnell langweilig. Das hatten wir vor Jahren mal in der DEL gesehen. Zwei Teams, die sich in der neutralen Zone so gut wie neutralisiert hatten. Nachdem wir aus einer durch die Spielweise verursachten komatösen Tiefschlafphase erwachten, wurde uns klar, warum das Ding "Neutrale Zone" heißt.

Diesen Effekt hat wir bei U20, U18 oder DNL-Spielen eigentlich noch nie. Da ging immer was. Die spielen manchmal etwas risikobereiter, verlieren auch mal den Überblick und sind eine stete Herausforderung fürs Trainerteam. Aber trotzdem: Sie sind schnell und technisch haben sie auch schon was auf den Kasten.

Und es gibt noch einen anderen Effekt: Es fallen einem immer wieder Spieler auf, deren Karriere man gut weiterverfolgen kann. So haben wir im Dezember 2014 die U20 WM in Malmö besucht. War ideal: Gar nicht mal so weit weg, zwei neue Grounds und man konnte Spieler sehen, die einem heute erst so richtig auffallen würden. Das wären zum Beispiel (heutige Clubs in Klammern) Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Dominik Tiffels (Fischtown Pinguins, DEL), Dominik Kahun (EHC Red Bull München, DEL), Maxi Kammerer (Düsseldorfer EG, DEL) oder der gebürtige Bremerhavener Lennart Palausch (Schwenninger Wild Wings, DEL). Naja, und wegen Parker Tuomie waren wir auch da. Der eine oder andere Bremerhavener kennt ihn ja.

Das ist schon cool. So ähnlich wird es wohl gewesen sein, als Jiri Lala bei der Junioren-EM 1977 in Bremerhaven gespielt hat. Als der Weltmeister oder Olympiazweiter wurde, haben ältere erzählt, dass sie ihn haben spielen sehen. Hätten wir auch sagen können, aber so alt waren wir damals noch nicht, dass wir da auf einzelne Spieler geachtet hätten. Wenn wir denn dabei gewesen wären. Ärgerlich... ;)

Übrigens: Lalas Sohn Josef ist in Bremerhaven dritter Torwart und derzeit in Langenhagen auf dem Eis.

Wir freuen uns jedenfalls tierisch auf die WM im "Wohnzimmer". So werden wir bei der WM wohl unser 300. Spiel in der 2011 eröffneten Eisarena sehen. Und das auch noch zum 75. Jubiläum des Roll- und Schlittschuhsports in Bremerhaven. Hat auch was.

Montag, 31. Oktober 2016

Warum noch sechs?

Die fehlende Verzahnung zwischen DEL und DEL2 ist immer noch ein Thema für Eishockeyfans. Ganz besonders natürlich für diejenigen aus der zweiten Spielklasse. Nun hat die DEL2 vergangene Woche noch einmal bekräftigt, an der Vereinbarung mit der DEL festzuhalten. Diese besagt unter anderem, dass mindestens sechs DEL2-Clubs eine Bürgschaft von 816.000 Euro hinterlegen müssen. die Pressemeldung findet ihr hier:

DEL2-Pressemeldung vom 27.10.2016
Warum eigentlich sechs Clubs? Sollten das nicht nur fünf sein?

Bedenken wir die Hintergründe, wäre das nur fair. Der Eigner des DEL-Clubs Hamburg Freezers hat im Mai verkündet, den Spielbetrieb nicht mehr fortzuführen. Dafür rückten unsere Fischtown Pinguins aus der DEL2 nach.

Die Pinguins sind aber auch eines der Teams, die sich an der Erfüllung der DEL-Vorgaben aus der laufenden Vereinbarung beteiligten und auch durch eine reguläre Bewerbung zum Ausdruck brachten, dass sie wollen und können. Nun hat die DEL dieses Team als Ersatz in ihren Kreisen aufgenommen.

Das bedeutet schlichtweg, dass die DEL die von ihnen geforderte Leistungsfähigkeit des Zweitligisten anerkennt. Man erteilt ja keine Lizenz aus Schandudel, oder?

Jetzt steht die DEL2 in ihrem kurzen Hemd da, wenn sie wieder sechs Bürgschaften aufbringen muss. Fakt ist doch: Die DEL hat sich eines der stärkeren Teams bemächtigt, den "Verlust" muss aber die DEL2 ausgleichen.

Nehmen wir mal an, es hätte einen Absteiger gegeben, dann wäre es ja kein Problem, die sechs Lizenzen zu fordern. So ist das schon ein wenig bitter. Das ist wie mit dem Jungen, der mit seinen Freunden Murmeln will: Er kann zwar mitspielen, aber er muss seine Murmeln vorher bei den anderen abgeben. Jetzt darf er mitspielen. Wenn er Murmeln hätte...

Klar soweit? ;)

Dienstag, 25. Oktober 2016

Gleichgeschaltet...

Oha.. uns kommen gerade Bilder aus vergangenen Zeiten in den Kopf, als Systemkritiker im Machtbereich des Warschauer Paktes mit Repressalien bedacht wurden. Ja, ok... gibt es heute leider auch noch überall auf der Welt. Aber als Trainer für eine deutliche Meinung in einer Sportliga plötzlich in einem Ermittlungsverfahren zu stecken, welches eine Geldstrafe nach sich ziehen könnte? Leute, was habt ihr euch dabei denn gedacht? PR-Abteilung in Urlaub? Oder noch schlimmer: Gar nicht erst konsultiert?

Was war passiert? Nun, die DEL hat einen neuen Medienpartner (das ist toll) und dadurch eine neue Homepage (das ist ok), aber dort sind die Statistiken eher rudimentär vorhanden (das ist nervig). Nun sagte der Wolfsburger Trainer, das wäre sinngemäß steinzeitlich. Tja, und deswegen hat die Deutsche Eishockeyliga ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Wir fragen uns jetzt, warum eigentlich? Ist die Kritik falsch? Ernsthaft, das sehen viele Fans... *sorry* ..."Kunden" genauso. Was wäre denn jetzt die Vorgehensweise eines Unternehmens, welches auf Konsum setzt? Genau: Es setzt alle Hebel in Bewegung, Kunden zufrieden zu stellen. Normalerweise...

Hier ist das nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Ein Beschäftigter des Unternehmenskonglomerats setzt sich sogar öffentlich für eine Verbesserung ein. Und dann? Naja... Der Shitstorm ist im Gange.

Letzte Saison als Zweitligisten mussten wir uns während eines Vorbereitungsturniers von einem DEL-Fan anhören, was für Volldeppen wir doch wären. Würde es man doch nicht hinbekommen, die Statistiken zu erfassen und aufzubereiten. Heute in der gleichen Situation müssen wir nachbetrachtend sagen: Good Job, DEL2! Da war man Wochen früher fertig und bot die gewohnte Leistung.

Das hatten wir von der DEL eigentlich auch erwartet.

Nun, Geduld kann man aufbringen, aber in Kombination mit dem Verfahren wird es leider zur Farce.

Wir können nur spekulieren, welche Absicht verfolgt wird. Aber wir haben ja schon das Verbot des Gummihuhns erlebt (woran ja auch Leute aus der DEL beteiligt waren), Auch in den ersten Besuchen anderer Stadien und bei der Beobachtung von Spielabläufen keimt der Verdacht auf, dass klinisch reines Eishockey ohne Ecken und Kanten gewünscht wird. Naja... Wem es gefällt. Ob das zieht? stromlinienförmige Produkte ecken mit Sicherheit nicht an, erzeugen aber auch nicht unbedingt Sympathien. Außer vielleicht im Rennsport.

Wir bewundern die Fans in der DEL, die trotz allem ihre Identität bewahren. Und ein klein wenig vermissen wir auch die DEL2 mit ihren Typen und Eigenheiten, an denen man sich reiben kann. Da waren wesentlich mehr Emotionen im Spiel. Typen wie Ralph Bader, der uns persönlich ziemlich oft auf den Senkel gegangen ist, aber auch dafür sorgte, dass Fans miteinander sprachen.

Naja, und was die Statistiken angeht... Leute, das ist für viele Sportfans existenziell. Scorer, Zuschauer, Strafminuten... Schaut einfach mal in die NHL. Dort gibt es sogar kiloschwere Statistikjahrbücher. Ist "Statistik light" echt eine Alternative?

Und zum Abschluss: Noch(!) sind wir ja offizielle Fanbeauftragte in der DEL und "nie privat" (O-Ton eines DEL-Vertreters). Trotzdem: Wir schließen uns den Worten von Pavel Gross und Charly Fliegauf vollumfänglich an. In Erwartung eines Ermittlungsverfahrens... Ob wir Freitag in Düsseldorf noch den ISS-Dome betreten dürfen? ;)


Sonntag, 9. Oktober 2016

Die Pinguins, die DEL

Acht Spieltage haben wir hinter uns gebracht... Fazit: Läuft!

Es ist immer noch ein komisches Gefühl, wenn die Gegner nun Augsburg, Berlin oder Mannheim heißen. So richtig sind wir kopfmäßig der DEL2 noch nicht entwachsen. Selbst in gewissen Publikationen gucken wir immer noch zuerst in die Rubriken der zweiten Liga.

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass unser persönliches Interesse an der DEL eher mäßig war. Das waren halt die da oben, die sich abgeschottet haben. Ergebnisse ja, vielleicht auch mal ein Spiel geguckt. Aber detaillierte Berichte über Teams? Och nö... Da war uns sogar die Oberliga näher, wo ja sogar ein paar unserer Nachwuchsspieler rumtoben. DEL war halt eher Event als Hockey für uns. Gut geeignet, um Freunde zu treffen oder einen Stadionpunkt abzuhaken, aber nicht unbedingt, um das "Produkt" Eishockey als Ganzes zu genießen. Und jetzt sind wir mittendrin.

Zurück zu den Pinguins: die Jungs machen Spaß und man merkt, dass die Chemie stimmt. Zehn Punkte aus acht Spielen und ein relativ gutes Torverhältnis von -5 und Platz 11 sprechen ihre eigene Sprache. Vor allem für ein Team, dass so mancher schon als Kanonenfutter abgeschrieben hat.

Zugegeben, da wird schon mal geunkt, dass man einen Einbruch haben könne. Das ist auch normal im Eishockey. Aber echtes Kanonenfutter hat eben diesen vom ersten bis zum letzten Spieltag. ;)

Gehen wir mal die Highlights der ersten Wochen chronologisch durch:

16. September 2016

Das erste Spiel in der DEL gegen Wolfsburg, gleichzeitig ein Heimspiel und nur eine knappe Niederlage gegen den Vizemeister. Allerstes DEL-Tor der Pinguins durch Jordan Owens.

18. September 2016

Erster Punktgewinn in der DEL, auswärts in Schwenningen. Dazu gleich noch eine höchst seltenes Tor bei doppelter Unterzahl durch Brock Hooton. Leider aber auch den ersten Dreier um Sekundenbruchteile verpasst. Schwein gehabt, Schwenningen... ;)

23. September 2016

Erster Heimsieg mit voller Punktzahl gegen die Iserlohn Roosters. Da schenkt man doch gerne den swb-Cup-Sieg her, wenn das in der Liga dann so läuft. ;)

07. Oktober 2016

Erster Auswärtsdreier bei unserem Zweitligafinalgegner von 2002, dem ERC Ingolstadt. Also der Club der dank unserer alten Fischdose für uns in die DEL aufsteigen durfte. Leider ging das Spiel für uns 4:2 aus. Ein 2:1 nach Penaltyschießen wäre standesgemäßer gewesen... ;) Nee, Scherz, passt schon.

09. Oktober 2016

Erstes Sechspunktewochenende in der DEL durch einen Sieg in Nürnberg.

Das ging alles recht schnell irgendwie und macht tatsächlich Laune auf mehr. OK, jetzt kommen erst mal so dicke Brocken wie Mannheim oder Berlin und da muss man mal gucken. Aber den Lauf kann unseren Jungs keiner mehr nehmen.  Der ist archiviert... ;)

Ob wir uns aber daran gewöhnen, dass die DEL etwas steriler ist als die anderen Eishockeyligen? Keine Ahnung. Für eine derbe, aber durchaus interpretierbare Aktion eine empfindliche Strafe zu verhängen oder ein Gummihuhn zu verbieten... Naja. Eishockey ist ehrlich, herzlich und manchmal eben auch etwas derbe. Neben Videowürfel und Klatschpappe sollte eben auch noch etwas Platz für Fankultur bleiben. Gerade, wenn man sich auch gerne mit Zuschauerzahlen schmückt. Rundgelutschte und stromlinienförmige Fans sind vielleicht für die Organisationen leichter zu handhaben, aber dann fehlt auch der Charakter, der den Sport ausmacht.

Glücklicherweise haben wir in den letzten Jahren genug Fans in der DEL kennen gelernt, die eben noch ihre Ecken und Kanten haben. Respekt dafür!!! Da kann man sich (verbal, Leute...) sogar in die Köppe kriegen und trotzdem hinterher ein Bierchen trinken. Das sollte man sich bewahren. Gibt ja leider auch ligenübergreifend andere Tendenzen, wo man das direkte Gespräch eher meidet und über- statt miteinander redet. Also gar nicht eishockeylike...

Tja, und wer weiß... vielleicht bekommen es ja mal die Macher hin und regeln Auf- und Abstieg, sodass sich die Fanszenen wieder stärker vermischen und sich die DEL wieder stärker in Eishockeydeutschland integriert. Wäre schon cool: Mal ein Fight mit Bietigheim um die Tabellenspitze in der DEL2, dann wieder ein Kampf mit Schwenningen gegen den Abstieg... Traumhaft.

PS: Und wer jetzt erahnt, dass wir mal die DEL verteufeln und mal ganz gut finden... Stimmt absolut. Wir sind hin und her gerissen. Es ist geil, im Oberhaus zu spielen, aber es ist auch anders. Und wie wir dahin gekommen sind, ist auch nicht der optimalste Fall gewesen.  Da muss man wohl wirklich jedes Detail einzeln betrachten.

Mittwoch, 23. März 2016

Interview mit einem Gummihuhn



Hallo liebes Gummihuhn, wie geht es dir denn so?
Nun ja, ein wenig geknickt bin ich schon... Ich würde mich jetzt gerne irgendwo zusammen kuscheln, aber das geht ja nicht. Hab ja keine Federn...

Du hast jetzt Stadionverbot von der DEL2 bekommen, warum?
Nun, da hat sich wohl einer beschwert. ich gebe ja zu, dass ich mich vielleicht manchmal zu oft aufs Eis gewagt habe. Aber hey, der Enthusiasmus... Ich wurde aber schon drauf angesprochen und habe Besserung gelobt. Aber das hat wohl niemanden interessiert. Bewährung gibt es wohl nicht bei der DEL2.

Weißt du, wer das initiiert hat?
Dazu darf ich nichts sagen, da habe ich einen Schnabelkorb bekommen...

Man munkelt, es kam aus Dresden und nicht von den Schiris oder der Liga?
Wie gesagt, Schnabelkorb...

Du bist aber stur...
Natürlich... ich halte auch bei einer persönlichen Niederlage den Rücken gerade und reiße nicht den Schnabel auf, wenn ich mich mal über eine Niederlage ärgere...

Ok, das ist verständlich. Wie lange hast du den Job gemacht?
Seit ich denken kann. Kurz nach dem Schlüpfen? Wir teilen uns das ja mit mehreren und das schon seit Jahrzehnten. Manchmal sind sogar Gummischweine dabei. Schwarze zum Beispiel.

Gab es immer Ärger?
Nein... sehr selten vielleicht mal, aber im großen und ganzen waren die Reaktionen positiv. Aber es kann halt der friedlichste nicht in Ruhe leben, wenn... Ach, lassen wir das.

Waren die Reaktionen von den Schiris denn auch positiv?
Überraschenderweise ja. Die wussten genau: Ich bin dazu da, um Dampf vom Kessel zu nehmen. Manchmal bin ich sogar mit denen was trinken gegangen. Coole Typen...

Dampf vom Kessel? Wie ist das zu verstehen?
Es ist doch klar, dass den Fans die Entscheidungen der Schiris nicht immer gefallen, wenn es gegen das eigene Team geht. Ich bin da der Blitzableiter. Ok, eigentlich der Linesman, der mich zur Bank bringt. Aber ich habe oft erlebt, wie sie dabei gegrinst haben. Es entspannt halt die Situation ein wenig und es ist eine gewisse positive Interaktion mit den Fans. Die fällt natürlich jetzt weg.

Bedauerst Du das?
Auf jeden... Ich bin geflogen, die Sache ist geklärt. Jetzt? Jetzt hält die Unzufriedenheit an. Ich denke, dem Sport tut das nicht gut.

Wieso nicht?
ist es gut, wenn man vielleicht sogar mit geballter Faust das Stadion verlässt, weil man sich eben nicht kurz auf harmlose Weise abregen konnte? Viele Fans lachen nach einem Flug. Das können sie jetzt nicht mehr so befreit. Und auch das Eishockey selbst wird wieder ein Stück steriler... Aber wenn das das Ziel ist, wird Eishockey austauschbar. Ein Weg, den man überdenken sollte. Wir Gummihühner werden behandelt, als hätten wir Pyro gezündet oder im Block geschubst... Oder gezielt Becher auf gegnerische Spieler geworfen. Ach, Becherwerfen... Da halte ich lieber den Schnabel, sonst fallen mir noch mehr Widersprüche ein.

Wie geht es jetzt für dich persönlich weiter?
Das weiß ich noch nicht so genau. Ich muss erstmal gucken, wie ich über die Runden komme. Vielleicht hilft ein Soli oder auch nur 'ne Banane? ich befinde mich da irgendwie im Tal der Ahnungslosen...

Sonst kein Job in Sicht?
Naja, ich kenne einen Schiri, bei dem könnte ich unterkommen. Aber der hat Hunde... Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich das will.

Und sonst?
Ja, ich möchte mich bei den Fischtown-Fans nochmal ganz dolle bedanken, ihr seid super! Ich wäre so gerne in eurer Mitte gewesen. Ich werde euch vermissen...

Danke für Deine Zeit und alles, alles Gute!!!

Freitag, 12. Februar 2016

Vielleicht bald jede Woche ein Event Game?

OK, das ist überzogen. Aber der nachfolgende Link zum Artikel über ein mögliches Event Game zwischen Frankfurt und Kassel noch dieses Jahr lässt schon eine ironische Bemerkung zu.

Hockeyweb: Zweites DEL2 Event Game noch in diesem Jahr?

Naja... Generell frage ich mich schon, wann der Krug bricht, der im Schweinsgalopp zum Brunnen rennt. Wenn jetzt schon zweimal im Jahr ein "Event/Winter Game" veranstaltet wird, wo bleibt dann noch das exklusive, das besondere an der Sache?

Mir kommen da immer die NHL Opener in Europa in den Kopp. Toll gestartet, beste Resonanz. Dann exzessiv erweitert und plötzlich sank die Nachfrage. *ähm* ja...

Und auch bei den Eishockeyfans, die nicht soviel mit der WM anfangen können, ist ein oft genannter Grund, dass diese als jährliche Veranstaltung nicht so interessant ist. Sollte zu denken geben. So ein kleines bisschen...

Überhaupt... Die Nationalmannschaft: Mit Olympia-Quali und Heim-WM könnte selbige auch ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit gebrauchen. Vielleicht sollten unsere Profiligen eher eine zusätzliche Spielpause für Maßnahmen der Bundes-Cracks einlegen? Oder vielleicht ein Event Game für unsere Auswahl selbst?

Eins ist doch sicher: Mehr Fokus auf die anstehenden Aufgaben des DEB wäre für den Sport insgesamt nicht schlecht. Besser auf jeden Fall, als ein regionales Event für zwei Clubs. Und wenn man so hört, dass Dresden mit der Bilanz des Event Games zufrieden ist, stellt sich auch die Frage, ob der DEB nicht auch mal so einen zusätzlichen Geldregen gebrauchen kann. Bei einem Spiel soviel Zuschauer wie beim ganzen D-Cup? Ganz unbedarft: Wäre da nicht was drin? Ich habe jedenfalls nicht gehört, dass der DEB finanziell aus dem gröbsten raus ist.

Und sollte ich jemals Intendant einer richtig großen TV-Anstalt sein, wie würde dann mein Urteil bezüglich der Attraktivität ausfallen. Randsportart Eishockey... Naja, wenn es sein muss. Das gäbe schon den ersten Nackenschlag. Dann noch die Entscheidung, ob es eben in dieser Randsportart zwei Zweitligisten oder die Nationalmannschaft sind... Bildet euch selbst eine Meinung.

Unbestritten ist, dass es mit den Hessenclubs die beste Wahl in der DEL 2 wäre. Alleine vom Zuschaueraufkommen stehen die Clubs prächtig da. ein Fußballstadion werden sie mit ihrer Anhängerschar aber nicht füllen können. Also werden (in diesem Fall gerechtfertig so bezeichnete) Eventies benötigt. Ist auch nicht schlimm.

Wie nachhaltig ist das aber? Wie viel bleiben dauerhaft? Machen wir uns nix vor: Man sieht im Verhältnis zu einer Eissporthalle wesentlich weniger und die Stimmung verliert sich auch im Rund. Aber wer sich davon beeindrucken lässt, muss damit leben, dass es in der heimischen Halle eben doch anders ist. Eher Alltag...

Eishockeyfans von anderen Clubs und die Groundhopper... die sind da. Da könnte man aber auch auf einem Teich spielen. Oder bei Aldi... Da kommt man aber auch zum Anfang zurück: Wann wird man müde, von einem Event zum nächsten zu hetzen?

Anyway: Ich überlege mir jetzt schon, hinzufahren. Aber echt Leute... Nehmt uns nicht das besondere. Weniger ist manchmal mehr. Warum spielen Frankfurt und Kassel nicht erst im Sommer 2018 gegeneinander?

Beste Grüße und ein schönes Hockeywochenende Euer Helge

Dienstag, 29. September 2015

Die sechste Jahreszeit

Es wird ja immer viel über die fünfte Jahreszeit gesprochen... Für manche ist es der Saisonbeginn, für viele mehr sind es die Playoffs. Und für andere ist es Karneval, aber das ist jetzt mal nicht so das Thema.

Für uns gibt es aber noch eine Jahreszeit, die eishockeymäßig unheimlich wichtig ist... Die Vorbereitungsphase der Teams. Das ist dann für uns die sechste Jahreszeit, die eigentlich vor der ersten kommt, aber sich als "nullte" Jahreszeit irgendwie blöd anhört.

Sommerlicher Winterschlaf

Mal ehrlich, was sollen wir Eishockeyfans denn den Sommer über machen. Wir vegetieren am Strand, auf der Alm oder an irgendeiner x-beliebigen Theke vor uns hin, nur kurz unterbrochen durch die siebte Jahreszeit, die Fantreffen. Apathisch, betrunken oder nüchtern und mit dem Selbstversuch des Oxidierens beschäftigt, warten wir doch nur auf den Startschuss.

Plötzlich geht es los... Das ist wie mit dem allmorgendlichen, respektive allmittäglichen Aufstehen. Erstmal recken, 'nen Kaffee und noch nicht mit so richtig Elan versehen schleppt man sich zum ersten Testspiel des eigenen Clubs. Ist ja noch eigentlich gar nicht Saison, also Halbgas...

Unvermittelt mittendrin

Tja, und dann entwickelt sich das, was wir jedes Jahr wieder beobachten: Man sieht die alten Nasen wieder, feiert zusammen, quatscht, tauscht Erlebnisse aus und ehe man sich versieht, steckt man in der intensivsten Eishockeyzeit nach den Playoffs. Gut einen Monat kurvt man durch die Gegend. Oder gleich durch Europa, wenn die Clubchefs ein interessantes Programm zusammengebastelt haben. Eben noch Jütland, gleich nach Südtirol. Da kommen in einem Monat leicht mal über 3.000 Kilometer auf den Tacho.

Ist es nicht herrlich? Ganz entspannt und doch intensiv läutet man die Saison wieder ein. Die Ergebnisse sind nicht wichtig, denn es geht ja um nichts. Man hat plötzlich wieder Gesprächsthemen, die sich sonst bei wöchentlichem Aufeinandertreffen leicht mal abnutzen. Aber jetzt ist wieder alles neu und spannend.

Natürlich passieren die Dinge, die mit dem Satz "Was in XY passiert, bleibt in XY" und doch wird dieser Satz nur bedingt eingehalten. Wäre ja auch langweilig, wenn nicht... Dann trifft man je nach Vorbereitungstradition alte Bekannte in entfernten Eishallen wieder und ist irgendwie wieder zu Hause bei der Familie.

Jetzt kann es losgehen... Ein Hoch auf die Vorbereitungsphase! Unterschätzt, aber doch so bedeutend.

Mittwoch, 29. April 2015

Über Meister, Vize und Social Terror

So denn, die Saison ist vorbei und es ist an der Zeit, dem verdienten Meister zu gratulieren: Glückwunsch BiBi!!!! :)

Ehrlich Leute, die grünen Stahlkrieger sind sowas von verdient Meister geworden: Mehr als souveräne Hauptrunde, zwei Sweeps in den Playoffs... Vor der Finalserie war mein spontaner Gedanke: "Bitte keinen Sweep!", aber das haben unsere Jungs ja gut verhindern können.

Trotzdem nochmal: Chapeau, BiBi!

Tja, und die Pinguine? Im Prinzip war es ja eine "Vizesaison". Vize-Europapokalsieger, Vizemeister... Alter, wat 'ne affengeile Saison, die Jungs können stolz auf sich sein, ich bin es in jedem Fall.

Drei Conti-Cup-Turniere (Zwei davon zu Hause) und trotzdem noch auf Platz zwei gekämpft! Sie haben ausgeteilt, sie haben eingesteckt und konnten sogar noch im Finale zeigen, dass sie bis zuletzt an sich glauben: Sie ließen sich nicht sweepen, die Ergebnisse waren recht knapp... Naja, bis auf eins, aber das tut der gerade geschundenen "Vize-Fanseele" gut. ;)

Eigentlich bin ich auch froh, nicht Meister geworden zu sein. Zweimal hintereinander Meister ohne Aufstieg... Kann der Zuspruch da noch lange hochgehalten werden? Oder geht es dem Meister dann so, wie einem Dauerletztplatzierten in der DEL? Leute, tut was...

Tja, und die Fans... Alter, wenn ich den Stecker vom facebook finde, dann ziehe ich den. Wo sind die Zeiten hin, als man sich auf den Tribünen gegenseitig Feuer gegeben hat, hinterher gemeinsam(!) ein Bierchen trank und sich beim "Nachpöbeln" auf den heimischen Stammtisch beschränkte, ABER NICHT AUF DER GEGNERISCHEN FACEBOOKSEITE EINEN FLÄCHENBRAND AUSLÖST (oder in irgendwelchen Gruppen)!!!

Mir fehlt in dieser Beziehung irgendwie die alte Eishockeykultur und ich glaube, ich bin da nicht der einzige. Natürlich geht mir der gegnerische Spieler auf den Sack, der Schiri pfeift eh gegen uns und bei jedem Check gegen einen meiner Spieler rufe ich "Hey!" (Naja, außer, das war wirklich ein geiler Hit! :D ). Aber das bleibt größtenteils auf der Tribüne und passiert halt, weil ich Fan bin und kein neutraler Eishockeybeobachter, der das Fansein nicht begriffen hat und sich über jeden Hey-Ruf aufregt.

Aber nochmal: Es bleibt auf der Tribüne!! Und dann fällt mir eben auf, dass unter den Social Media-Marschflugkörpern wenig "Altfans" zu finden sind. Da dämmert mir... Wissen viele neue Fans gar nicht, wie das läuft? Haben wir da was versäumt? Oder wollen einige nur aus persönlicher Lust permanent Unfrieden schaffen... Oder ist das einfach die schöne neue Welt des Anzickens, bei dem die Menschen nicht mehr wissen, dass eine gesunde Rivalität auch mit gegenseitigem Respekt einher gehen kann?

Der Anteil in Bremerhaven mag, bedingt durch Erfolg und neuer Halle sogar recht hoch sein, aber das ist generell überall zu beobachten.

Nun ja, damit werden wir wohl leben müssen. Facebook, bzw. diejenigen, die einen Wesenstest eindeutig nicht bestehen würden, sorgen dafür, dass die Abkühlungsphasen zwischen den Playoffspielen nicht mehr statt finden.
.
Es wäre aber schön, wenn diese einzigartige Fankultur erhalten bleibt, die auch das Eishockey selbst besonders macht: Hart auf der Tribüne, Fair am Tresen! :D
Wir brauchen einfach mehr gute Verlierer und auch gute Gewinner...

Liebe Altfans: Bringt den Neuen was bei!
Liebe Neufans: Lasst Euch einfach mal drauf ein, das macht echt Spaß!

So, und sobald ich aus dem Krankenhaus raus bin, gucke ich mal, welche bundesweiten Fanfeste in der Sommerpause so anstehen... ;)

Liebe Grüße
Helge

Sonntag, 30. November 2014

Der tiefe Griff in den Geldbeutel

...oder auch Topzuschlag genannt.

Vielfach bekommen wir Küstenbewohner mit, dass es nicht wenige Sportclubs gibt, die bei besonderen Spielen einen Topzuschlag von den Fans fordern. Eishockey gehört natürlich auch dazu, sei es bei Derbyspielen oder in den Playoffs.

Die Frage stellt sich: Lohnt sich das? Auf den ersten, kurzfristigen Blick mit absoluter Sicherheit. Der Schatzmeister reibt sich die Hände. Denn nehmen wir nur mal an, es handelt sich um einen Zuschlag von zwei Euro bei 5.000 Zuschauern: Da sind doch glatt 10.000 Euro extra in der Kasse. Wer kann da noch widerstehen?

Glasklar gesagt: Clubführungen, die perspektivisch und langfristig denken.

Das schnelle Geld, so verlockend es auch ist, ist immer auch mit dem Beigeschmack der Abzocke verbunden. Zu hart ausgedrückt? Wie wäre es denn, wenn die Sektsteuer kurz vor Silvester mal eben "dynamisch" angehoben wird? Würde da nicht auch jeder von Abzocke sprechen? Oder wenn ein Blitzer zu Stoßzeiten auf einer viel befahrenen Pendlerstrecke aufgestellt wird? Hey, die Reaktionen kann man sich denken. Und auch die Reaktionen auf Benzinpreiserhöhungen zu Urlaubszeiten sind doch mehr als deutlich. Ein großer Unterschied zu einem Topzuschlag ist da nicht zu erkennen.

Was bringt es wirklich? Der harte Kern der Fanszene wird im Stadion sein, gelegentliche Zuschauer und Gästefans werden ebenfalls den Weg ins Rund finden. Aber wie viel bleiben weg, wie viel sind genervt und fühlen sich abgezockt? Fans, die zwar das Potential hätten, zum harten Kern dazu zu stoßen, aber aus Frust weg bleiben. Und gerade dieser harte Kern ist es doch, der auch bei Spielen treu zum Club hält, wenn es sportlich nicht so gut läuft oder Spiele eh schon schlecht besucht sind.

Natürlich sind Fans und Zuschauer begeistert von der tollen Stimmung eines Derbys oder eines packenden Playoffspiels. Im Hinterkopf bleibt aber häufig: Die hohe Nachfrage wurde ausgenutzt, also ich persönlich auch.

Ist es wirklich so abwegig, dass sich dieser Zuschauer irgendwann dran erinnert, wenn er sich entscheiden muss, ober er zu einem 08/15-Spiel gehen soll oder sich ein (nebenbei günstigeres) Bier aus dem Kühlschrank holt, sich auf die Couch wirft und einen Film anguckt? Fatal wird es, wenn er eigentlich das Potential eines glühenden Anhängers hat und sich vielleicht schon nächste Saison eine Dauerkarte gekauft hätte. Nur leider gab es da in der "Kennenlernphase" einen für ihn ärgerlichen Topzuschlag. Und tschüss, du Erweiterung der stabilen Fanszene.

Wenn wir von einem Eintrittspreis von 14 Euro ausgehen, braucht man glatte sieben Topzuschläge, um den Verlust eines frustrierten Zuschauers auszugleichen. Pro Spiel, versteht sich! Rechnet mal hoch...

Natürlich ist auch bei den Fans das Bewusstsein da, dass mehr Zuschauer mehr Kosten bedeuten. Aber es gibt ja schon beim normalen Preis auch wesentlich mehr Einnahmen. Selbst, wenn man den Aufwand im gleichen Verhältnis wie den erhöhten Zuschauerzuspruch steigern müsste, sollte doch bei einer normalen Kalkulation der Normalpreis reichen. Und seien wir ehrlich: Der Aufwand steigt meist nicht in selben Maße.

Ganz glücklich können sich dann noch die Clubs schätzen, die an der Gastronomie beteiligt sind oder sie gar selbst betreiben. Da rollt der Rubel erst recht. Warum dann noch ein Topzuschlag? Und selbst, wenn man nichts mit dem Ausschank zu tun hat, sollte man vielleicht zuerst an den Wirt heran treten. Denn der verdient ja nur, weil der Club die Bude voll macht. Und bei einem solchen Spiel wäre es doch nur fair, wenn aus dem Gewinn ein wenig an den zurückfließt, der die Leute erst an den Tresen holt. Übrigens könnte auch dort wohl noch mehr los sein, würde man den Topzuschlag weglässt.

 Liebe Clubs, das ist alles nicht böse gemeint. Ganz im Gegenteil: Jeder Eishockeyclub ist wichtig und es ist wünschenswert, dass es jedem finanziell gut geht. Genau deswegen ist ein Topzuschlag langfristig kontraproduktiv. Macht nicht den Fehler, die Fans als anonymen statistischen Wert zu sehen, bei dem es gilt, das Maximum an Geld herauszuziehen. Das mag vielleicht sogar bei einem Supermarkt funktionieren, aber nicht bei Sportfans, die auch emotional stark mit dem Club verbunden sind. Da tickt der "Kunde" anders.

Ein Supermarktkunde geht dann eben woanders hin und kommt meist irgendwann wieder, weil es ihm schlichtweg egal ist. Ein Fan, der mit seinem Herzen am Club hängt, reagiert bei Enttäuschungen ganz anders, meist heftiger. Es sind halt Emotionen im Spiel. Und neue Fans werden so auch schwerer gewonnen, denn es ist ja nicht nur das "Produkt Eishockey", welches ihn bindet. Es sind auch Emotionen und die Fangemeinschaft, die ihn später wieder in die Halle führen. Liegt es nicht auf der Hand, dass sogar kleinste Enttäuschungen, die Entwicklung einer solchen Bindung hemmen?

Ein Topzuschlag mag funktionieren, wenn die Nachfrage nach Tickets permanent weit über den Stadionkapazitäten liegt. Er funktioniert nicht, wenn über die ganze Saison das Angebot an Tickets größer als die Nachfrage ist. Dann bedeutet ein Topzuschlag Stagnation in der Zuschauerentwicklung. Diese Stagnation fällt nicht so ins Gewicht, wenn es sportlich gut läuft. Aber wer kann diesen sportlichen Erfolg für alle Zeiten garantieren?

Denkt drüber nach... Manchmal ist weniger mehr und es gibt durchaus Clubs, die bewusst auf einen Topzuschlag verzichten. Mit langfristigem Erfolg!

Montag, 14. Juli 2014

Russisches Roulette mit 6 Kugeln?

…anders kann man es nicht beschreiben, sollten wirklich noch Vereine und Landesverbände geneigt sein, Uwe Harnos und sein Team bei der anstehenden DEB-Präsidiumswahl im Amt zu bestätigen. Aber aufgemerkt, dieses Russische Roulette wird nur von einem gespielt, dem Eishockey! Diejenigen am Abzug bleiben im ersten Moment ohne Schaden.

Ja, OK… Es scheint fast, dieser Blog wird ein Anti-Harnos-Medium. Tatsächlich hatten wir mal überlegt, einen solchen speziellen Blog zu starten, aber der ungeheure Berg von Sachverhalten hat uns dann doch davon abgehalten. Keine Chance, so etwas in der Freizeit aufzuziehen.

Warum?


Ernsthaft, der Herr Harnos hat doch irgendwann mal erzählt, ihm liege das deutsche Eishockey am Herzen. Warum in drei Teufels Namen macht er dann nicht den Weg frei für Franz Reindl. Dieser erfährt eine ungeheure Unterstützung aus allen Teilen des Eishockeys und ist mehr als offensichtlich dazu geeignet, alle Parteien an einen Tisch zu holen. Eine Fähigkeit, die Uwe Harnos nicht besitzt, wie er vielfach eindrucksvoll bewiesen hat.

Genauso muss man doch mal ein einfaches menschliches Gedankenkonzept berücksichtigen: Wer erfährt mehr Unterstützung bei anstehenden Projekten und wem wird eher zugehört? Demjenigen, den man unterstützt hat oder dessen Gegner?

Also Herr Harnos, lassen sie es… Für das Eishockey!

Kann er nicht? Will er nicht? Darf er nicht?


Augenscheinlich steht doch nicht das Eishockey bei Herrn Harnos im Vordergrund, sonst würde er nicht kandidieren. Es bleibt also nur Spekulation, was ihn dazu bewogen hat, die Kandidatur durchzuziehen. Muss er vielleicht noch seinen Laden aufräumen und soll vielleicht einiges nicht ans Tageslicht kommen? Ist es sein  Ego, das ihm verbietet, aus dem Rampenlicht zu treten? Braucht er die Spesengelder? Man weiß es nicht, aber ob es nun „gute“ oder „schlechte“ Gründe sind, es scheinen doch eher persönliche Gründe zu sein.

Keine Besserung in Sicht


Das Leben geht weiter wie gehabt und das gefällt nicht. Gut zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl wird noch ein neuer DEB-Geschäftsführer bestellt, anderthalb Wochen vor der Wahl ein neuer Medienbeauftragter verkündet. Geht’s noch? Selbst wenn es nicht so ist, aber das riecht quasi nach Seilschaft. Mit etwas Nachdenken und Anstand hätte man mit der Benennung bis nach der Wahl gewartet. Jetzt wirft man offensichtlich auch noch den Föli-Kooperationen einen Knüppel zwischen die Beine und benennt als Präsidiumsmitglied jemanden, der vom Fachblatt Eishockeynews im Zusammenhang mit der Berufsgenossenschaften in einem „seltsamen“ Licht gesehen wird.

Nix wird besser! Leute, ehrlich: Unserer Meinung darf jeder, der ihn wählt, seine Visitenkarte gerne mit dem Zusatz „Totengräber des deutschen Eishockeys“ versehen.

Die Basis bröckelt


Ja, es wird langsam spürbar. Immer mehr Fans sind nicht mehr wütend und engagiert, sondern tendieren Richtung Desinteresse und Gleichgültigkeit. Sie resignieren einfach!

Das ist das wahre Gefährliche, denn was macht das Eishockey ohne Fans? Nichts! Sind Sponsoren wirklich anzulocken, wenn das Faninteresse sinkt? Schicken Eltern ihre Kinder noch zum Eishockey, wenn sie nicht in irgendeiner Form auch irgendwie Eishockeyfans sind?

Klar, eine gewisse Zeit kann man das noch als Event verkaufen, aber wie lange geht das gut? Das ist wie bei Musicals: Irgendwann ist es ausgelutscht und das Theater wird geschlossen.  Natürlich kann man sich freuen, wenn beim D-Cup viele Fans waren, aber man sollte tunlichst nicht vergessen, wie viele es hätten sein können, wenn…

Leute, das betrifft euch alle! Vereine, Landesverbände und der DEB, ihr lebt von den Fans. Bedenkt einfach mal, wie sich Sponsoren an der öffentlichen Aufmerksamkeit orientieren und dass Verbandsabgaben nun mal auch zuschauerabhängig sind. Resignierende Fans sind das schlimmste, was Euch passieren kann.

Herr Harnos, wir wünschen Ihnen wirklich viel Erfolg als Rechtsanwalt. Dort können, nein müssen sie in Konfliktsituationen leben und das beherrschen Sie. Aber als DEB-Präsident? Nein, bitte nicht…

Sonntag, 29. Juni 2014

Es könnte so einfach sein...

Ja, wir stehen dazu und das lässt uns seit Wochen keine Ruhe: Wir unterstützen Franz Reindls Kandidatur zum DEB-Präsidenten. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, auch im persönlichen Kontakt mit dem aktuellen Präsidium, besonders mit den Herren Harnos und Hüttl, lassen uns gar keine andere Wahl.

Aber bei dem ganzen Hin und Hier, dem Für und Wider... Hey, es gibt da einen ganz einfachen Sachverhalt, der beim Vergleich von Personen und Konzepten scheinbar komplett untergegangen ist.

Franz Reindl hat für seine Kandidatur ungeheure Unterstützung aus den Profiligen, den Verbänden und auch den Fans erfahren. Mal ehrlich: Wen unterstützt man lieber: Den eigenen Wunschkandidaten oder den "anderen"? Bei wem ist man eher geneigt, auch bei finanziellen Angelegenheiten hilfreich unter die Arme zu greifen? Bei wem ist man eher zu Konsens geneigt?

Für uns ist das eine glasklare Sache: Wenn Uwe Harnos & Co. wirklich etwas am Eishockey liegt, würde die aktuelle Riege im Sinne des Sports gar nicht mehr kandidieren. Sie haben soviel verbrannte Erde hinterlassen, dass alleine das Aufpäpeln des zarten Pflänzleins "Konsens" eine lange Zeit dauern wird. Zeit, die das Eishockey aber nicht mehr hat.

Es bleibt natürlich die Spekulation, dass es Herrn Harnos nicht nur um den Sport geht. Doch was könnten die anderen Interessen sein? Sind es vielleicht die Reisen zu den Weltmeisterschaften? OK, das können wir verstehen, das machen Fans ja auch und zahlen es aus eigener Tasche. Sollte Herr Harnos zurücktreten, könnten wir natürlich keine Reise zu einer WM finanzieren. Aber hey, so ein Besuch eines norddeutschen Spiels in der Landesliga oder so... Warum nicht. Herr Harnos: Wir spendieren Ihnen ein Spiel ihrer Wahl im Norden inklusive Sparticket der Bahn, Übernachtung in einem Hostel und ein Freibier, wenn sie nicht mehr kandidieren, Deal? Und wenn Sie auch noch anwaltlich tätig werden wollen: Wir hätten da noch ein Abo, welches gekündigt werden muss. (an dieser Stelle stellt Euch bitte einen desillusionierten Smiley vor, der die Resignation mit ätzendem Humor ausdrückt)

Naja, gut, war nicht ganz ernst gemeint. Ernsthaft, die Öffentlichkeit, die Fans sogar Aktive werden müde. Eine Wiederwahl Harnos' ist sicherlich keine Motivation, die dem entgegensteuern könnte. Es wird echt Zeit für einen Wechsel.

Freitag, 20. Juni 2014

Rumble in the Jungle: Harnos vs. Reindl


Bald ist es soweit, die Mitgliederversammlung des DEB steht an und damit auch die Wahl des DEB-Präsidiums. Vor einiger Zeit erklärte Franz Reindl, wohl auch auf gewissen „Druck“ durch eine breite Unterstützung seine Kandidatur. Wir waren überrascht, erfreut, aber nicht unbedingt in Jubelstimmung. Schließlich ist Franz Reindl ja auch nur ein „altgedienter Funktionär“. Aber je mehr wir gelesen, gehört und gegrübelt haben, umso mehr unterstützen wir seine Kandidatur.

Ein Rückblick


Zuerst wurde in der Matrix Kritik laut, Reindl habe ja die geschlossene DEL zu verantworten.  Ja, so war uns das auch noch im Gedächtnis. In der Erinnerung ist aber auch abgespeichert, dass er das nicht allein „verzapft“ hat. So lange war er zu dem Zeitpunkt noch nicht Funktionär, als dass man vermuten könne, er habe das im Alleingang durchgedrückt. Und mal ehrlich, die Versuchung einer geschlossenen Liga war damals doch zu verlockend. Es widerstrebt zwar unserer Auffassung vom Sport, aber wer sich die 2. Liga damals angeschaut hat, kann sich dem Gedanken einer Abschottung nicht hundertprozentig entziehen.

Auch im letztjährigen Sommertheater hat Franz Reindl zeitweise keine gute Figur abgegeben. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass man sich seitens der Spitzenfunktionäre scheinbar im Rotationsprinzip der Kritik ausgesetzt hat bzw. aussetzen musste. Nein, schön war das nicht…

Aber wo Schatten ist, ist auch Licht. Die WM zum Beispiel hat er unterm Strich gut hinbekommen und die Kommunikation war auch irgendwie immer offener als beim aktuellen Präsidium. Ob nun sein Rücktritt als DEB-Generalsekretär nun taktisches Kalkül war oder ihm tatsächlich einiges auf den Senkel ging: Es ist schon ein deutliches Zeichen nach außen.

Die Kommunikation


Als Fanbeauftragte und engagierte Fans haben wir die Äußerungen und die Kommunikationswege des Uwe Harnos sehr genau beobachtet und leider auch selbst erleben müssen. Unsere ganz persönliche Meinung: Das geht gar nicht und ist wohl letztendlich das Grundproblem seiner „Regentschaft“.

Erinnert sich noch jemand, dass UH nach den Kooperationsverhandlungen 2011 lauthals verkündet hat, er habe doch dafür gesorgt, dass es eine Verzahnung in Form einer Relegation zwischen DEL und ESBG gab? Ja, war richtig… und auch wieder nicht. Wenn man die Details hinter der Aussage betrachtet, sind da doch einige Nachteile für Zweitligisten enthalten wie z. B. schon ein Ende der Saison Ende Februar/Anfang März, damit der DEL-Letzte nicht soviel Leerlauf hat. Da hätte man auf viele ungeliebte Wochenspieltage ausweichen müssen und die Playoffrunden wären auch erheblich kürzer. Man muss kein Mathegenie sein, um zu erahnen, dass das finanziell schon recht schwierig wird. Aber man hat ja die Verzahnung erreicht, nur die Zweitligisten wollten nicht, so U. H.

Rufen wir uns das letzte Sommertheater noch einmal ins Gedächtnis. Wem fällt da nicht sofort die Aussage ein, dass die Zweitligisten keine Abgaben an den DEB zahlen würden? Auch das ist richtig. Irgendwie…  Irren wir uns, oder lag das einfach nur daran, dass durch die Blockadehaltung des DEB der zu Grunde liegende Vertrag nicht verlängert wurde? Das zeichnet dann schon ein anderes Bild, denn die Clubs können gar nicht zahlen. Jeder Geschäftsführer, der Geld ohne eine zahlungsbegründende Unterlage überweist, steht doch schon mit einem Bein im Knast.

Nun, das sind nur zwei Beispiele, aber mit solchen Dingern schafft man nun einmal keine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ebenso mutet es seltsam an, dass bei der Neuverhandlung des Kooperationsvertrages die DEL und die ESBG ausschließlich über den DEB kommunizierten. Wie bekannt, kam man zu keinem Ergebnis unter der Verhandlungsführung des U. H. Ob das überhaupt so geschickt war, jemanden mit der Kommunikation zu beauftragen, der selbst als dritte Partei eigene Interessen verfolgt?

Spinnen wir den Gedanken mal weiter:

  • Die Kooperation DEL/ESBG wird unter der Verhandlungsführung des U. H. nicht fortgeführt
  • Der DEB braucht laut eigenem Bekunden Geld
  • Ein Jahr später drängt der DEB mit aller Macht auf eine zweite Liga unter seiner Regie und damit vermutlich auch auf die Verbandsabgaben
  • Nachdem die DEL und ESBG auf Distanz gegangen sind, ist die ESBG im Streit mit dem DEB völlig isoliert und eine Vereinnahmung durch den DEB scheint ein Selbstgänger.

Betrachtet man nun beide Sommertheater als eine Einheit, könnte man durchaus seine Schlüsse ziehen. Sollte etwa die zweite Liga sturmreif geschossen werden? Wir wissen nicht, ob es das Ziel war, aber ganz abwegig ist dieser Strategiegedanke sicherlich nicht.

Na, lassen wir das… Wir könnten noch einige Beispiele aufführen, die meisten kennen selbst genug. Was macht aber nun Franz Reindl besser? Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht mit absoluter Sicherheit. Vielfach war er aber zurückhaltender, vermittelnder und mehr auf Konsens ausgerichtet. Alleine seine vielfältigen Funktionen müssen das schon voraussetzen. Ohne offene Gespräche lässt sich vieles nicht organisieren. 

Während also U. H., der als Rechtsanwalt auf Konfliktsituationen geeicht ist, ist Franz Reindl als ehemaliger Mannschaftsportler und Organisator vermutlich eher auf eine offene, transparenten und zielführende Kommunikation aus.

Die Landesverbände


Natürlich ist ein DEB-Präsidium eigentlich arm dran, wenn man betrachtet, wie abhängig sie von den Landesverbänden sind. Und die Rolle der Verbände ist für uns Fans oftmals recht undurchsichtig. Verstehe sie, wer will.

Natürlich ist es eine Eigenart Von Funktionären, vieles außerhalb von Versammlungen abzukaspern. Da hat auch der DEB kein Patent drauf, das ist überall so und muss auch nicht immer schlecht sein.

Aber manchmal… Da meldet sich der Boss des Bayerischen Eissportverbandes als selbsternannter Sprecher der LEV und unterstützt U. H. im Namen aller Verbände. Dem wird widersprochen, ein anderer Präsi verneint diese Sprecherfunktion und reduziert die Unterstützung auf die LEV aus Bayern und Hamburg.

„Witzigerweise“ lädt dann der Bayern-Boss am kommenden Samstag, 21. Juni, zu einer vorbereitenden Versammlung nach Hamburg ein. Was vorbereitet werden soll? Die DEB-Mitgliederversammlung am 19.07.!

Fassen wir zusammen: Da treffen sich also Teilnehmer der Mitgliederversammlung, um diese vorzubereiten? Da muss aber noch viel Geld im Eishockey vorhanden sein, oder wer bezahlt das? Könnte man nicht einfach Informationsmaterialien verschicken und die Mitglieder machen sich selbst ein Bild. Oder dient das Ganze eigentlich nur dazu, die Wähler wieder auf Kurs „U. H.“ zu bringen? Leute, ganz ehrlich: Eine Versammlung zur Versammlung??? Es ist klar, dass es was kostet und wir behaupten ganz frech: So oder so wäre das Geld besser im Nachwuchs aufgehoben.  Unnötig wie ein Kropf!

Alternative Herausforderer

Es gibt sicherlich eine Menge Menschen, die aufgrund ihres Fachwissens und ihres Engagements ebenfalls U. H. herausfordern könnten. Aber entweder wollen oder können Sie nicht oder sie sind nicht soweit in die Funktionärsstrukturen eingebunden, dass sie schnell mit der Arbeit starten könnten. Seien wir ehrlich: Alleine die Einarbeitung in die Strukturen würde ewig dauern und diese Zeit hat das Eishockey nicht mehr.

Franz Reindl hingegen kennt diese Strukturen in- und auswendig, auch im internationalen Geschäft.

 Reindls Konzept

Vielfach haben wir gelesen und gehört, dass Reindl irgendwie kein detailliertes Konzept hat. Den Wunsch danach können wir sogar verstehen,  aber ist so etwas überhaupt möglich? Wir denken nicht, zuerst einmal muss eine vernünftige Kommunikationsbasis aller(!) Beteiligten geschaffen werden und dann schnell her mit einer umfassenden Analyse. Erst dann kann ein Konzept entwickelt werden. Es gilt spannende Fragen zu klären wie z. B. die Umstand, dass es mehr Hobby- als Verbandsmannschaften gibt und warum das so ist oder ob ein Hallensterben ein Vereinssterben auslöst oder umgekehrt.

Ausblick

Es gibt eine Kernfrage, die für Franz Reindl spricht. Bei wem ist die Chance höher, dass das gesamte deutsche Eishockey wieder effektiv zusammenarbeitet, bei U. H. oder Franz Reindl?

Und wenn der DEB, und damit auch der Nachwuchs, Geld braucht, wem gibt man es -besonders aus dem Profibereich- lieber? Bei der Unterstützung, die der Herr Reindl aus vielen Ligen erhält, beantwortet sich die Frage fast von selbst.

Und das deutsche Eishockey dem U. H. so am Herzen liegt, warum lässt er bei der Unterstützung für seinen Herausforderer die Kandidatur nicht einfach sein? Oder geht es doch nur um einen Funktionärsposten und Spesenabrechnungen? Da ist der Spekulation natürlich Tür und Tor geöffnet.

Wir jedenfalls hoffen inständig, dass sich die Vertreter der Mitgliederversammlung am 21. Juni nicht einlullen lassen und ihr Rückgrat bis zur Wahl am 19.07. bewahren.

Sonntag, 17. November 2013

Gewalt schafft Auflage...


...oder Skandale, oder Pleiten.

Jedenfalls könnte man das glauben, wenn man sich bundesweit so durch die Medien wie Tageszeitungen, Wochenmagazine, TV-Magazine etc. wühlt, die sich an das breite Publikum richten. Und das betrifft leider auch das Eishockey.

Es ist faszinierend, wie schnell über Auseinandersetzungen, Auschreitungen oder den Einsatz von Pyrotechnik geschrieben wird, wenn etwas vorfällt. Das ist auch vollkommen richtig, denn so etwas darf nicht unter den Teppich gekehrt werden. Es hilft nichts, davor die Augen zu verschließen.

Grenzwertig wird es allerdings dann, wenn man die positiven Seiten des Eishockeys verschweigt oder bestenfalls als klitzekleine Randnotiz zwischen der Profiltiefe eines Regenreifens in der Formel 1 und der eingesetzten Menge Kreide auf einem Fußballplatz verschwinden lässt.

Wo bleiben die positiven Seiten, die Eishockey zu etwas besonderem machen? Über witzige, gemeinschaftsbildende und soziale Aktionen wird nicht berichtet. Gibt es etwa zuviel davon, dass die Journalisten das nicht mehr bemerken?

Die Eishockeyclubs engagieren sich zum Beispiel öffentlich für den Kampf gegen Brustkrebs (Pinktober) und Prostatakrebs (Movember) oder arbeiten im Stillen (um schon gar nicht in den Ruf zu kommen, dass medial ausschlachten zu wollen) und unterstützen karitative Einrichtungen. Fans unterstützen ebenfalls Hilfslieferungen wie aktuell gerade in Straubing, nehmen an Typisierungsaktionen teil, spenden Gelder für soziale Zwecke oder helfen einfach über einen T-Shirt-Verkauf einem Ligakonkurrenten wie jetzt gerade der Herner EV dem Neusser EV in der Oberliga West.

Überhaupt ist die Hilfe der Eishockeyfans untereinander extrem weit verbreitet. Gerät ein Club in eine finanzielle Schieflage, kann man sicher sein, dass Fans anderer Clubs parat stehen und helfen. Sogar bei den größten Derbygegnern ist das eher die Regel als die Ausnahme. Man denke nur an das ehemalige Nordderby zwischen Wilhelmshaven und Bremerhaven: Da bitten Fans vom Jadebusen von sich aus die ehemaligen Rivalen von der Unterweser um Unterstützung für ein Neubauprojekt einer Eishalle und sammeln wenige Tage später gut 800 Unterschriften im Revier des "Feindes". Das nur als ein Beispiel von vielen.

Und dann noch die traditionelle Fankultur im Eishockey, die ihresgleichen sucht. Natürlich, für einen Außenstehenden sind da während eines Spiels zwei Fanlager, die sich eventuell sogar verbal nichts schenken. Schaut man in den Drittelpausen oder nach Spielschluss nicht hinter die Kulissen, könnte man glatt das Gefühl haben, dort kann man ungestraft pöbeln und ballermannmäßig die Sau rauslassen. Ein Effekt, der gelegentlich Sport- und Betriebsgruppen erkennen lässt, die statt nach Malle mal einen Ausflug zum Eishockey machen. ‪Sie kennen halt die feinen Grenzen nicht und wundern sich nach dem Spiel über Erklärungen von Fans, dass nun Schluss sei.

In Wirklichkeit sieht die traditionelle Fanszene doch ganz anders aus. Wer offenen Auges durch die Eisstadien geht, dem fällt auf, dass es keine massiven Blocktrennungen zwischen den Fanlagern gibt und dass sich Fans beider Lager oftmals am Biertresen, in der Raucherecke oder nach dem Spiel in einer Kneipe treffen.

Hoppala, das geht? Ja, und es wird noch extremer: In der Sommerpause "erdreisten" sich die Fans sogar, sich auf etlichen Sommerparties bundesweit zu treffen. Die Treffen sind mittlerweile so zahlreich, dass nur eine ausgeklügelte Terminplanung weiterhilft, um eine optimale Ausbeute an Teilnahmen zu erreichen. Dort treffen sich Eishockeyfans quer durch alle Ligen, um ihre Fankultur auch in der eislosen Zeit aufrecht zu erhalten. Vereinsfarben sorgen da im Höchstfall für ein paar harmlose Neckereien die gerade mal dafür sorgen, dass man das nächste Kaltgetränk ausgeben muss.

All das aber, der Zusammenhalt, das soziale Engagement, die Gemeinschaft... Das findet in den Massenmedien nicht statt. Dort finden wir eher die Ausfälle des kleinsten Teils von Zuschauern in Eishockeystadien, die nichts, aber auch gar nichts mit der eigentlichen Fankultur zu tun haben und zwar lauthals für den Erhalt einer wie auch immer gearteten Fankultur skandieren, aber gleichzeitig die eigentliche Fankultur mit Füßen treten.

Verschwiegen wird auch, dass mittlerweile Initiativen entstehen, die sich deutlich gegen Fangewalt positionieren. Alleine dort stehen schon mehrere tausend Unterstützer (virtuell, wie auch im echten Leben), der verschwindend geringen Zahl von "Stressfans" gegenüber.

Also hier unser Aufruf: Liebe Journalisten der Tageszeitungen, der TV-Magazine und der anderen großen Massenmedien, berichtet weiter über die Problemfälle im Eishockey. Das darf keinesfalls unter den Tisch gekehrt werden. Aber werft der Fairness halber auch einen Blick auf die wesentlich größere Zahl von positiven Aktionen. Lasst ihr diese positiven Seiten weg, bietet ihr nur eine gern angenommene Bühne für die Chaoten, die sich dran erfreuen, wenn ihre "Aktionen" in der Tagespresse auftauchen und sich dadurch noch anstacheln lassen.

Ihr seid diejenigen, die der breiten Masse ein Bild vom Eishockey zeichnen. Überlasst das nicht nur den Special-Interest-Medien im Eishockey selbst oder einigen wenigen engagierten Journalisten in Euren Reihen, denn sonst kocht der Sport nur im eigenen Saft. Es ist für jeden engagierten Fan mittlerweile mühsam, Eure Berichterstattung wieder ins gerade Licht der Realität zu rücken.

So denn, ist ja zwar nur einem kaum beachteten Blog geschrieben, aber es hat furchtbar gut getan... :D

Freitag, 23. August 2013

Warum eigentlich Eishockey?

Eigentlich hatten wir geplant, unser Team zu einem Vorbereitungsspiel nach Esbjerg zu begleiten, aber dank einer fetten Grippe oxidiert man nun daheim vor sich hin und macht sich so seine Gedanken, wenn man nicht mal wieder pennt oder die Papiertaschentücherindustrie fördert. Vor allem kommt in periodischen Abständen immer mal wieder ein Gedanke hoch: Warum engagieren sich zwei Mittvierziger noch so aktiv in einer Fanszene? Eigentlich sollte man doch "vernünftig" und "erwachsen" sein...

Der Sport


Eishockey ist faszinierend, schnell, hart und technisch anspruchsvoll. Zugegeben, es ist schwer für einen Neuling, in den Sport einzusteigen. Es gibt sehr viele Regeln, die bei dem hohen Tempo teils so schnell umgesetzt werden (müssen), dass einem dabei schon mal schwindelig werden kann. Und erst der Puck: Das Ding ist so klein, dass Neueinsteiger sich noch wundern, während die alten Hasen schon lange jubeln, wenn die Hartgummischeibe im Netz zappelt.

Vieles ist aber auch nachvollziehbar, wenn man genau darüber nachdenkt. Gibt es einen Regelverstoß, gibt es auch sofort eine Strafe, die dem "geschädigten" Gegner für ein paar Minuten einen unmittelbaren Vorteil verschafft. Bei Fußball gibt es eine gelbe Karte, von der in der Zukunft vielleicht ein anderer Gegner profitiert.

Natürlich gibt es auf dem Eis auch Auseinandersetzungen körperlicher Art. Warum auch nicht? Auch hier kann man den Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball ziehen: Gibt es auf dem Spielfeld verbale und versteckte Provokationen, die gelegentlich mal in einem Revanchefoul enden und oft nur den Foulenden, nicht aber den Provokateur bestrafen, gibt es beim Eishockey gleich eins auf die Mütze und beide dürfen auf der Strafbank Platz nehmen. OK, nicht immer, aber häufig. Und so oft kommt es nun auch nicht vor, da darf man den vom Eishockey unbeleckten Medien nicht immer glauben. Irritierend finde ich allerdings, dass der Sport manchen zu brutal sei und sie sich dann schnell verabschieden, um einen Boxkampf im Fernsehen zu genießen.

Aber letztlich bleibt es der schnellste Mannschaftsport der Welt, der durch das hohe Tempo und die vielen Torszenen unheimlich attraktiv ist. Und da zwar oft mehr Tore fallen als beim Fußball, aber lange nicht so inflationär viele wie beim Handball oder Körbe beim Basketball, bietet Eishockey fast eine perfekte Jubelfrequenz.

Die Fankultur


Die Fans sind das zweite Pfund, mit dem Eishockey wuchern kann. Es gibt nicht viele Sportarten, bei denen die Fans beider Lager sich auf den Tribünen gegenseitig verbal was vor den Latz knallen und dann hinterher gemeinsam feiern. Oder sie treffen sich in der Sommerpause zu bundesweiten Fantreffen. Da verbringen sogar ausgesprochene Derby-Gegner ein entspanntes Wochenende miteinander. Und wie mal ein Fußballfan sinngemäß im einem Blog schrieb: "Es ist unglaublich, es gibt gar keine Trennungen zwischen den Fanblöcken. Man kann munter hin- und herspazieren, sich unterhalten. Und dann hauen die sich gegenseitig Gesänge um die Ohren und nach dem Spiel stehen die zusammen an der Theke. Unfassbar!"

Diese Trennung des Verhaltens auf der Tribüne und an der Theke in der klassischen Eishockeykultur mag für viele Außenstehende irritierend sein, aber vielleicht ist das genau das Geheimnis? Natürlich schiebt man Frust auf der Tribüne, wenn das eigene Team zurückliegt oder gar verliert. Manchmal ist es halt besser, diesem Frust kurz mal deutlich zu machen und gut ist.  Besser jedenfalls, als politisch korrekt und emotional neutral nur freundlich zu sein, dann aber den Frust mit geballter Faust in der Tasche an die Theke zu schleppen. Wer leidenschaftlich mitgeht, braucht gelegentlich ein Ventil und am harmlosesten ist ein derber Spruch, solange es kein Dauerzustand wird. Schließlich will man ja, dass sein eigenes Team gewinnt und die Spieler reagieren schon mal darauf, ob man sich mehr mit dem Gegner beschäftigt als mit dem eigenen Team.

Natürlich lacht man mit dem Gegner an der Theke darüber, dass beide Seiten faktisch das gleiche machen und das eigentlich gar nicht wichtig ist. Was viel wichtiger ist, sind Szenen, die die Sprüche "Eishockeyfans sind faire Fans" und "Wir sind alle Eishockeyfans" nur allzu deutlich machen. Wer von den Landshutern und Bremerhavenern erinnert sich nicht daran, wie zum Schluss des "Sonderzugspiels" die Fans und die Mannschaften beider Lager sich gegenseitig und zusammen gefeiert haben. Oder auch der Sonderzug der Straubinger nach Krefeld, bei dem beide Lager zusammen gesungen haben. Gänsehaut pur! Und solche Beispiele gibt es sehr viele...

Ebenso kann man nach einigen Jahren in der Fanszene irgendwo hin fahren und man trifft überall bekannte Gesichter, auch im Ausland. Ob wir nun nach Belfast fahren, Niederländer nach Bremerhaven kommen und Dänen sich nach Bayern "trauen": Es ist immer Zeit für feiern, schnacken, ein Bierchen und Unsinn.

Ganz bestimmt ist diese Fankultur auch Grund dafür, dass das fast dauerhaft krisengeschüttelte Eishockey in der Zuschauergunst auf Platz zwei nach König Fußball steht. Eishockey ist ein teurer Sport und ohne Fans, die im Laufe einer Saison zu Millionen in die Hallen strömen, könnte dieser Sport wohl schon gar nicht mehr existieren.

Natürlich gibt es auch unschöne Dinge, die von anderen Sportarten herüberschwappen. Sollten wir irgendwann soweit sein, dass Fanblöcke abgesperrt werden und Auswärtsfahrten nur noch mit massiven Polizeiaufgebot möglich sind, wäre Eishockey auch nicht mehr unsere Sportart. Aber trotz der großen Zahl der Fans insgesamt ist es an den einzelnen Standorte doch eher überschaubar und stressorientierte Zuschauer sind nicht so anonym wie zum Beispiel beim Fußball. Aber sollten diese Verhältnisse beim Eishockey eintreten, wird diese Sportart eh nicht überleben können. Solange aber die Eishockeyfans mit zielgerichteter und fairer Kritik und auch Konsequenzen anstelle von Pauschalveruteilungen und undifferenzierter Ausgrenzung reagieren, besteht Hoffnung und der Spruch von fairen Eishockeyfans wird mit Leben gefüllt.

Das Sommertheater


Wie jetzt? Das Sommertheater ist toll? Zugegeben, da muss man einmal um die Ecke denken. Das alljährliche Sommertheater im Eishockey ist wirklich nicht schön und schadet der Sportart ungemein. Aber was ist mit den Fans?

Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die aktiven Fans austauschen, Standpunkte erläutern und trotz teils sehr gegensätzlicher Ansichten trotzdem vernünftig miteinander reden können. Ein Verhalten, welches man so manchem Sportfunktionär gerne anraten würde.

Natürlich ist der Einwand legitim, dass es auch unter den Fans Betonköpfe gibt. Aber ist das wirklich die Masse? Wenn man die Diskussionen im Internet aufmerksam verfolgt, sind es nur ganz wenige, aber sehr laute Exemplare, die ihre Vorurteile gegenüber anderen Regionen und Vereinen intensivst pflegen und verbreiten. Überwiegend findet man doch einen Weg zueinander, schließlich hat man ja ein gemeinsames Interesse und insbesondere den Wunsch, die Sportart wieder zu stärken. Viele verzichten letzten Endes darauf, ihren Verein subjektiv als leuchtendes Beispiel anzuführen und sich auf der regionalen Insel der Glückseligkeit zu verschanzen, weil Eishockey eben glücklicherweise noch keine regionale Sportart ist.

Alles Klar?


Nun, vielleicht ist es dem einen oder anderen deutlich geworden, warum wir immer noch so fasziniert sind. Das Miteinander, die Solidarität, die Hilfsbereitschaft und letztlich die Bereitschaft, für den Sport die Rivalität in den Hintergrund rücken zu lassen sind das, was uns so fasziniert. Das sind alles Dinge, die in unserer Ellbogengesellschaft immer seltener werden und ein umso höheres Gut sind. Dann passieren halt einfach mal bemerkenswerte Dinge. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass hunderte von Bremerhavenern Unterschriften für eine Eishalle in Wilhelmshaven leisten? ;)

In diesem Sinne: Gegeneinander um Punkte, gemeinsam für unseren Sport!



Sonntag, 16. September 2012

Fischtown Pinguins im Pokal


Angesichts des gerade erfolgten 3:1-Siegs der Fischtown Pinguins im Pokal gegen die U20-Nationalmannschaft war ich neugierig, wie sich das mit dem Pokal denn so entwickelt und ganz besonders: Wie haben die Fischtown Pinguins denn so abgeschnitten?


2002/2003

Und es geht los... Der erste Pokal (bis 2009 "Deutscher Eishockeypokal) wird mit 32 Teilnehmern ausgespielt, davon 14 aus der DEL, 15 aus der Bundesliga und drei Oberligisten. Von letzteren hat nur der ERC Selb die erste Runde überstanden. die Dresdner Eislöwen und der SC Mittelrhein mussten sich schon in der ersten Runde geschlagen geben.

So erging es auch dem REV Bremerhaven: Die Seestädter unterlagen den Pinguinen aus Krefeld mit 1:6.

Späterer Sieger  wurden die Adler Mannheim, die in Köln vor knapp 11.000 Zuschauern mit einem 5:4 den Titel holten.


2003/2004

Die zweite Auflage des Pokals startete wieder mit 32 Teams (14 aus der DEL, 18 aus dem ESBG-Bereich). Auch hier war für Bremerhaven schon in der ersten Runde Schluss, man musste sich den Hannover Scorpions mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. die Bilanz der Küstenbewohner bisher: Zweimal erste Runde, zweimal gegen die DEL, zweimal ausgeschieden.

Das Finale spielten die Kölner Haie gegen die Kassel Huskies, wiederum in Köln. Diesmal holte sich Köln mit einem 3:1 den Titel. Die Schlittenhunde aus Hessen sind übrigens kampflos ins Finale eingezogen, da dem Halbfinalgegner SC Riessersee vor dem Spiel durch ein Insolvenzverfahren die Lizenz entzogen wurde und damit auch die Spielberechtigung.


2004/2005

Wieder 32 Teilnehmer, wieder geht es für Bremerhaven gegen die Hannover Scorpions und wieder verliert man mit 3:4 auf heimischen Eis. Diesmal aber nicht nach Verlängerung. Es scheint, der Pokal ist für Bremerhaven kein gutes Pflaster. Zum dritten Mal muss man sich einem DEL-Club geschlagen geben.

Sieger hingegen wird der ERC Ingolstadt, der vor heimischen Publikum die DEG Metro Stars mit einem 4:3 nach Penaltyschießen nach Hause schickt.


2005/2006

Denkste... von wegen, Bremerhaven scheidet in der ersten Runde aus! zu dritten Mal trifft man auf die Hannover Scorpions und zum ersten Mal gibt es einen Sieg. Mit dem Siegtreffer zum 1:0 im letzten Drittel zog man in die nächste Runde ein. Dort war aber gegen den späteren Finalisten Adler Mannheim Endstation. Im ersten Drittel stand schon das Endergebnis von 0:4 fest. So lautet das Ergebnis Bremerhaven vs. DEL: 1:4 Siege, 8:14 Tore

Das Finale lautete DEG Metro Stars - Adler Mannheim. Die Düsseldorfer machten mit einem 2:1 nach Verlängerung alles klar an der Brehmstraße.


2006/2007

Erstmals traten die Bremerhavener nicht gegen einen DEL-Club an, sondern es ging auswärts zum Oberligisten Hannover Indians. Über 3.000 Zuschauer sahen einen 3:5-Auswärtssieg der favorisierten Fischköppe. Aber schon in der nächsten Runde gab es wieder einen DEL-Gegner. Diesmal war der Titelverteidiger DEG Metro Stars zu Gast im ausverkauften Stadion am Wilhelm-Kaisen-Platz. 2.050 Zuschauer (offiziell) sahen einen für beide Seiten bemerkenswerten 9:2-Sieg der Underdogs aus der Seestadt.

Verdammt, was ist denn jetzt los... Der nächste Gegner hieß Frankfurt Lions und kam ebenfalls aus der DEL. Nützte nur nichts, auch die verloren an der Küste vor vollem Haus und Bremerhaven zog mit einem 2:1 ins Halbfinale ein.

Der nächste Bitte... Es kamen die Adler Mannheim und dann wurde Bremerhaven schnell mal erklärt, was Eishockey nach Mannheimer Art ist.  Mit 1:5 ging das Spiel verloren, aber Fans und Verantwortliche konnten mit Recht auf eine erfolgreiche Pokalsaison zurückblicken: Vier Spiele bis zum Halbfinale, dreimal ausverkauft und zwei Erstligisten rausgekickt.

Die Bilanz gegen die DEL: 8 Spiele, 3:5 Siege, 20:22 Tore
Gesamtbilanz: 9 Spiele, 4:5 Siege, 25:25 Tore

Die Finalpaarung war eine Wiederholung des Premierenjahrs, nur diesmal spielten die Kontrahenten Adler Mannheim und Kölner Haie vor 13.600 Zuschauern in Mannheim. Und der Heimvorteil wurde genutzt, die Adler holten sich mit einem 6:5 nach Verlängerung den Titel.


2007/2008

Und weiter geht es, diesmal war es nicht der Titelverteidiger, aber der Vorjahresfinalist Kölner Haie, der seine Visitenkarten an der Küste abgab. allerdings gewann Bremerhaven dieses Spiel mit 4:3 nach Penaltyschießen und scherzhaft war in einem Fanforum mit Verweis auf die letztjährige Niederlage der Düsseldorfer zu lesen: "Bremerhaven ist dann wohl die wahre Macht am Rhein".

In der nächsten Runde machte dann aber der ERC Ingolstadt den Bremerhavenern den Garaus. Mit 2:3 nach Penaltyschießen entführten sie den Sieg aus der "Fischdose". Revanche für die verloren Zweitligameisterschaft 2002? ;)

Die Bilanz gegen die DEL: 10 Spiele, 4:6 Siege, 26:28 Tore
Gesamtbilanz: 11 Spiele, 5:6 Siege, 31:31 Tore

Pokalsieger wurden übrigens die Eisbären Berlin, die vor einer Heimkulisse von knapp 4.700 Zuschauern im Wellblechpalast die Frankfurt Lions mit 3:2 nach Hause schickten.


2008/2009

Das war dann die letzte Pokalsaison mit Beteiligung der DEL-Teams. Auch eine Neuerung gab es: Die erste Runde wurde in einer Gruppenphase durchgeführt. War schon etwas komisch... Es gab acht Gruppen mit jeweils zwei DEL-Vertretern, die nur gegen die unterklassigen Teams der Gruppe antraten. Bei Punktgleichheit musste die Tordifferenz über den Gruppensieg entscheiden, die Gruppensieger erreichten das Viertelfinale.

Bremerhaven bekam es mit den Kölner Haien und den Füchsen aus Duisburg zu tun. Zwar konnte Köln mit 3:2 besiegt werden, aber Duisburg schickte die Norddeutschen mit einem 5:0 auf den letzten Platz der Gruppe 4.  Gruppensieger wurde übrigens der EV Ravensburg dank der besseren Tordifferenz. Alle vier Teams hatten drei Punkte auf dem Konto, Ravensburg aber mit 7:5 Toren das beste Torverhältnis (Duisburg 7:6, Köln 5:4 und Bremerhaven 3:7)

Die Bilanz gegen die DEL: 12 Spiele, 5:7 Siege, 29:35 Tore
Gesamtbilanz: 13 Spiele, 6:7 Siege, 34:38 Tore

Damit endet dann auch die Bilanz der Bremerhavener gegen die DEL-Clubs. Trotzdem über die Jahre aber ein achtbares Ergebnis.

Das Finale fand in Wolfsburg statt und war im Prinzip ein Lokalderby: Die Grizzly Adams Wolfsburg empfingen die Hannover Scorpions und holten sich vor 4.503 Zuschauern mit einem 5:3 den Titel.


2009/2010

Wie schon erwähnt, haben sich die DEL-Clubs zurückgezogen und fortan heisst der Pokal nun "DEB-Pokal". Es nahmen auch nur 16 Teams an dem Wettbewerb teil, die sich aus den 14 Bundesligisten, dem Oberligameister EC Peiting und der U20-Nationalmannschaft zusammensetzen. Letzteres ist eine gute Idee, den Jungs Spielpraxis zu vermitteln. Konnten sie doch gegen Profimannschaften in einem Wettbewerb antreten.

Bremerhaven verschlug es zuerst zu den Hannover Indians. Dort gewann man mit 6:1 um im darauf folgenden Viertelfinale auswärts die Eispiraten aus Crimmitschau mit 4:2 aus dem Wettbewerb zu kegeln. Im Halbfinale wartete dann ein schwer Brocken, den keiner im Vorfeld so richtig einschätzen konnte: Die U20-Nationalmannschaft. Und die legte auch gleich richtig los: Nach der Hälfte des Spiels lagen die Bremerhavener mit 1:4 zurück. Mit Ach und Krach gewann man dann doch noch mit 5:4. Der erstmaligen Finalteilnahme (nach dem Rückzug der DEL) gesellte sich dann noch das Heimrecht gegen den EHC München hinzu. Das ging aber klar mit 0:3 verloren.

Gesamtbilanz: 17 Spiele, 9:8 Siege, 49:48 Tore

Und dann basteln wir uns mal eine nicht viel aussagende Tabelle. ;)
Jeder Club, der das Viertelfinale erreicht, erhält einen Punkt, der Pokalsieger einen Zusatzpunkt.

EHC München 4
Fischtown Pinguins 3
U20 Nationalmannschaft 2
Schwenninger Wild Wings 2
Eispiraten Crimmitschau 1
EC Peiting 1
Bietigheim Steelers 1
Ravensburg Towerstars 1


2010/2011

Wie es eben so ist nach einem Einschnitt: Es gab weitere Änderungen. Der Pokal wurde wieder mit 32 Mannschaften gespielt und die Teilnehmer setzten sich aus den Bundesligisten, der Oberliga Süd, fünf Teams der Oberliga West und den Hallensern aus der Oberliga Ost zusammen. Komplettiert wurde das Ganze mit der U20-Nationalmannschaft und den Regionalligisten Stuttgart Rebels und TEV Miesbach. Aus der Oberliga Nord nimmt kein Team teil.

Die Fischtown Pinguins hatten in der ersten Runde Heimrecht gegen die Landshut Cannibals. Mit einem 6:3 zog man ins Achtelfinale ein und gewann bei den Dresdner Eislöwen mit einem deutlichen 5:0. Im Viertelfinale wartete der EC Peiting auf die Jungs von der Küste. Mit einem 5:2-sieg hatten die Bremerhavener den Einzug ins Halbfinale perfekt gemacht. Dort war dann aber Schluss: vor heimischem Publikum zogen sie mit einem 2:4 gegen die Ravensburg Towerstars den Kürzeren.

Aber Ravensburg hatte die Rechnung ohne die Starbulls aus Rosenheim gemacht. mit einer 2:3 Niederlage fuhren sie wieder nach Hause und der Pokal ging wieder nach Bayern.

Gesamtbilanz: 21 Spiele, 12:9 Siege, 67:57 Tore

Und wieder die Tabelle:

Fischtown Pinguins 5
Starbulls Rosenheim 4
EHC München 4
U20 Nationalmannschaft 4
Ravensburg Towerstars 4
Schwenninger Wild Wings 2
Eispiraten Crimmitschau 2
EC Peiting 2
Bietigheim Steelers 1
Hannover Indians 1
Heilbronner Falken 1


2011/2012

Wieder waren es 32 Teams und die Zusammensetzung sah wie folgt aus: Bundesliga (13 Teams), Oberliga Süd (9 Teams), Oberliga West (4 Teams), Oberliga Ost (3 Teams), Oberliga Nord (2 Teams), U20 Nationalmannschaft.


Bremerhaven musste gleich im ersten Spiel zu den wiedererstarkten Kassel Huskies reisen. Mit einem 5:4 konnte man sich in der Fremde durchsetzen und war im Achtelfinale. Das Viertelfinale erreichten die Seestädter mit einem 7:3-Sieg bei den Eispiraten in Crimmitschau. Dort wartete nach den Kassel Huskies der nächste Vertreter der Oberliga West auf die Pinguine, die Roten Teufel aus Bad Nauheim. Im Colonel-Knight-Stadion gab es dann ein klares Ergebnis: Die Pinguine gewannen mit 8:0 und bereiteten sich auf das Halbfinale in Landshut vor. Diesmal standen die Vorzeichen ungünstig: Im Bremerhavener Team war der Wurm drin und Landshut war hochgehandelter Favorit in der Meisterschaft wie im Pokal. So hieß der Sieger denn auch erwartungsgemäß: Landshut Cannibals. Das 5:1 war deutlich.

Im Finale erwarteten die Bietigheim Steelers die Landshut Cannibals und gewannen nicht erwartungsgemäß den Pokal, denn Bietigheim war späterer Teilnehmer der Abstiegsrunde, Landshut Meisterschaftsfavorit und späterer Meister.

Gesamtbilanz: 25 Spiele, 15:10 Siege, 88:69 Tore

Und wieder die Tabelle:

Fischtown Pinguins 7
Starbulls Rosenheim 5
Bietigheim Steelers 5
EHC München 4
U20 Nationalmannschaft 4
Ravensburg Towerstars 4
EC Peiting 3
Hannover Indians 3
Landshut Cannibals 3
Schwenninger Wild Wings 2
Eispiraten Crimmitschau 2
Heilbronner Falken 1
EC Bad Nauheim 1
Löwen Frankfurt 1

OK, das sieht jetzt so aus, als wäre die Punktevergabe gezielt auf einen ersten Platz der Pinguins geplant worden, aber bei der Idee war nicht abzusehen, wer Erster werden würde (und wurde auch nicht "vorausberechnet"). Eine höhere Gewichtung des Finals und des Halbfinals wäre doppelt gemoppelt, da man sich ja schon durch die zusätzlichen Spiele einen Punkt ergattert hat. Deswegen bekommt hier nur der Pokalsieger einen Zusatzpunkt.

Unterm Strich ist der Pokal schon eine lohnenswerte Sache. Es macht die Eishockeyszene bunter und abwechslungsreicher und man spielt gegen andere Vereine als in der Liga, sieht andere Halle und lernt noch mehr Fans kennen. Auch ist die Werbung für das Eishockey nicht gerade schädlich, wenn ein höherklassiger Verein "über die Dörfer" tingelt. Aus diesem Grund wäre es wünschenswert, wenn die DEL-Clubs irgendwann den Weg zurück finden.

Ob der Pokal überflüssig ist? Eigentlich nicht... Man kann es durchaus mit der "Goldenen Ananas" der Bundesliga vergleichen. Viel Wert hat er vielleicht nicht, finanziell bringt er nur unter Umständen etwas und die Zuschauerzahlen hängen von Zeitpunkt, Standort, Fortschritt und Paarung ab. Aber will man nicht, dass das eigene Team so oft wie möglich gewinnt?

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Eishockeypokal










Sonntag, 6. Mai 2012

Die DEL ist volljährig: 18 Spielzeiten mit vielen Bauchlandungen


Gelegentlich wurde von Offiziellen der DEL sinngemäß verkündet, die Liga sei „gesund“ und „es haben schon seit langem alle Vereine die Saison zu Ende gespielt“. Nun, letzteres stimmt sogar, es gab schon ewig keine Pleiten mehr innerhalb der Saison. Aber wenn man die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, war doch immer etwas Augenwischerei dabei.Viele Clubs haben nach dem Ende der Saison die Segel gestrichen, was die Frage aufkommen lässt: Ist die Liga wirklich gesund?

Ich bin einfach mal Spielzeit für Spielzeit durchgegangen und habe mal zusammengefasst, wer  sich so alles „vom Acker“ gemacht hat. Da ist schon eine beeindruckende Liste zusammengekommen. 15 (14, wenn man Oberhausens Rückzug weg lässt)  Teams sind in 18 Spielzeiten über den Jordan gegangen, der Unterbau hat dafür fleißig nachgeliefert und hat im Laufe der Jahre 14 Aufsteiger gestellt. Allerdings kamen nur acht runter, sodass ein Minus von 6 Teams verbleibt. Es ist sicherlich Spekulation, was wäre, wenn die DEL konsequent geschlossen geblieben wäre. Aber es ist eine interessante Spekulation.

Übrigens: Als Quelle habe ich Wikipedia verwendet. Nun kann man diese Quelle natürlich in Zweifel ziehen, aber auf der anderen Seite: Es steht jedem frei, dort die Daten zu berichtigen. Nur Wikipedia in Frage stellen, weil es eben Wikipedia ist, reicht da nicht. Da müssen dann auch schon konkrete Richtigstellungen erfolgen.

Und wer sich fragt, ob ich mich auf die DEL einschieße und alles im ESBG-Bereich für toll halte, der irrt. Allerdings sei es schon von vorn herein gesagt. Der Satz: „Aber in der 2. Bundesliga ist es doch auch besch…en“ ändert unterm Strich nichts an der Situation in der DEL. Oder wie meine Omma schon sagte: „Seit wann kann man sich auf Unrecht berufen“. Anders ausgedrückt: Werden schlechte Umstände besser, nur weil es woanders auch schlecht ist?

Im Gegenteil, die Zweite Liga interessiert mich auch brennend und vielleicht gehe ich das mal an. Man denke nur an die Horrorsaison 2007/08 mit gleich drei finanziellen Schieflagen von Landsberg, Essen und Regensburg.

Aber egal: Erstmal ging es mir um die DEL. Ist zwar ärgerlich für jemanden, der sich damit zu einhundert Prozent identifiziert, aber es ist nun mal die 1. Liga und diese steht damit ganz besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Positives wie Negatives findet einfach viel mehr Aufmerksamkeit und die DEL stellt in der Breiten Masse eben das "Deutsche Eishockey" dar.

Übrigens noch eine kleine Anmerkung zur unten stehenden Aufstellung. Ich spreche da immer von finanziellen bzw. wirtschaftlichen Rückzügen. Ob es nun ein freiwilliger Rückzug oder tatsächlich eine Insolvenz war, ist für mich erstmal nachrangig. Der jeweilige Club war dann halt mal mehr als klamm… Und bei der Menge kann ich irgendwie auch nicht mehr nur sagen, das ist nicht die DEL, das ist der einzelne Club. Dafür sind es einfach zu viele, leider…


Saison 1994/95

Da war sie also, die erste Saison der geschlossenen DEL. 18 Teams gingen an den Start, 17 waren es zum Schluss. Übrigens ein interessanter Fakt: Die DEL war bei Gründung nicht eigenständig, sonder eine GmbH unterhalb des DEB.

Nach 27 Spielen waren für die Maddogs München, die aus dem Vorjahresmeister Hedos München hervorgegangen sind, Schluss mit dem Spielbetrieb, die Mannschaft wurde aus finanziellen Gründen abgemeldet.

Meister wurden übrigens die Kölner Haie, Absteiger wären wohl die Eisbären Berlin gewesen, wenn es denn eine solche Regelung gegeben hätte und die Maddogs aus München finanziell gesichert gewesen wären. Die Eisbären hatten am Schluss der Saison weniger Punkte als die Maddogs zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens.

Die DEL hat in der ersten Spielzeit das erste Team durch wirtschaftliche Gründe verloren (1/1).

Für die zweithöchste Spielklasse resultiert dies in dem Verlust eines Teams, da die Maddogs dort nicht antraten: 1 Aufsteiger, kein Absteiger = -1


Saison 1995/96

Auch in dieser Saison ging es mit 18 Teams weiter. Neu für die Maddogs München kam der SC Riessersee aus der 1. Liga Süd (damals die zweithöchste Spielklasse). Der SCR war allerdings nicht sportlich qualifiziert. Diese Qualifikation hatten der EHC Freiburg und der ETC Timmendorfer Strand (als Nachrücker) erreicht. Beide verzichteten aber.

Auch in dieser Saison zogen sich mit der ESG Sachsen Weisswasser/Chemnitz, dem SC Riessersee und dem EC in Hannover drei Clubs aus wirtschaftlichen Gründen aus der DEL zurück. Alle spielten in der Folge zweitklassig, gingen aber entweder schon vor der kommenden Spielzeit (SC Riessersee) oder aber später in die Insolvenz (Hannover 1998, Weisswasser 2002)

Auch in diesem Jahr verlor die DEL wieder Mitglieder. Damit summiert sich dies schon nach zwei Spielzeiten auf vier Clubs (2/4)

Die Zweithöchste Spielklasse hat durch die folgende Verkleinerung der Liga mit Weisswasser, Riessersee und Hannover unterm Strich und trotz des Abgangs der Wedemark Scorpions für den EC in Hannover sogar ein Plus gemacht. 2 Aufsteiger, 3 Absteiger = +1



Saison 1996/97

Die dritte Spielzeit brachte die ersten Änderungen im Modus. Neben der Verkleinerung auf 16 Teams wurde eine Relegation-/Preplayoff-Runde (Plätze 7 – 16) und eine Meisterrunde (Plätze 1- 6) gespielt. Die besten beiden der Relegation durften in die Playoffs, die anderen spielten Playdowns, wobei die letzten beiden dann wiederum in die Relegation mit den beiden besten Teams der 2. Spielklasse mussten. Kompliziert? Naja… wenigstens gab es einen sportlichen Vergleich mit der unteren Spielklasse. Die Spielpaarungen lauteten EHC Neuwied – Ratinger Löwen und TSV Erding – Wedemark Scorpions.

Einen Aufsteiger gab es nicht, aber zumindest bestand die Möglichkeit. Interessanterweise hat es auch keinen Clubs finanziell zerissen. Es ist Zufall, aber sicher bemerkenswert, dass ausgerechnet in der ersten Saison der DEL mit Auf-/Abstieg alles in geordneten Bahnen lief.

Die DEL hat damit eine Bilanz von vier Rückzügen in drei Spielzeiten (3/4)

Für die 2. Spielklasse änderte sich nichts, immer noch heißt es: 2 Aufsteiger, 3 Absteiger = +1.


Saison 1997/98

Nun war die Liga wieder geschlossen und auch der Spielmodus änderte sich erneut. Da alle Teams im Vorjahr die Klasse gehalten haben, wurde wieder mit 16 Teams gespielt.

Jedoch war für die Kaufbeurer Adler nach dem 15. Spieltag aus finanziellen Gründen Schluss, die Mannschaft wurde abgemeldet. In der Folgesaison spielte Kaufbeuren viertklassig.

Auch die Düsseldorfer EG zog sich aus finanziellen Gründen zurück und nahm im Folgejahr an der neuen „2. Bundesliga“ teil.

Die DEL hat wieder zwei Teams aus finanziellen Gründen verloren und spielt in der Folgesaison mit 14 Clubs. Bilanz: 4 Spielzeiten, 6 finanzielle Rückzüge (4/6)

Die 2. Bundesliga macht durch den Zugang von Düsseldorf wieder ein Plus: 2 Aufsteiger, 4 Absteiger = +2


Saison 1998/99

Faktisch ist nichts passiert. Der Modus wurde wieder geändert, eine Verzahnung gibt es nicht und Mannheim wird wieder Meister. Auch wirtschaftliche Rückzüge gab es nicht. Fast alles war in Ordnung.

Ganz in Ordnung war natürlich nicht alles. Der EV Landshut hatte finanzielle Schwierigkeiten und letztlich ging der EV Landshut „under new management“ der Anschutz-Gruppe als Barons nach München und der EVL suchte sein Glück in der Oberliga. Da dies praktisch aber  keine Auswirkungen auf „Verluste“ in der DEL hatte, wird das nicht berücksichtigt.

Allerdings durfte der Zweitligameister Moskitos Essen aufsteigen, sodass die 2. Bundesliga damit einen Club verlor, ohne „Ersatz“ von oben zu bekommen.

DEL: 5/6
2. Bundesliga: 3 Aufsteiger, 4 Absteiger = +1


Saison 1999/00

Und weiter ging es im Text: Diesmal mit 15 Teams und wieder einer Abstiegsrunde. Letzter wurden die Moskitos aus Essen, die aber in der Liga verbleiben durften, weil die Starbulls Rosenheim aufgrund massiver finanzieller Schwierigkeiten in den Niederungen des bayrischen Eishockeys neu beginnen mussten.

Aufsteiger waren die die Düsseldorfer EG als Meister und die Iserlohn Roosters als Sechster und Viertfinalverlierer der 2. Bundesliga. Letztere erwarben die Spielberechtigung der Rosenheimer, um die sich auch die Hamburg Crocodiles bemüht hatten.

So sieht dann die Bilanz aus:

DEL: 6/7
2. Bundesliga: 5 Aufsteiger, 4 Absteiger = -1


Saison 2000/01

Die DEL hatte wieder 16 Clubs, die Liga war wieder geschlossen. Keine besonderen Vorkommnisse…

DEL: 7/7
2. Bundesliga: 5 Aufsteiger, 4 Absteiger = -1


Saison 2001/02

Ja, das war wieder spannend! 16 Teams, Playdowns… Herz, was willst Du mehr. Leider machte das liebe Geld einen Strich durch die Rechnung. Dass die München Barons zu den Hamburg Freezers wurden, ist da eher nebensächlich…

Zwar verloren die Berlin Capitals die Playdowns gegen die Schwenninger Wild Wings und wären in die 2. Bundesliga abgestiegen, aber da sie finanziell angeschlagen waren, ging es auch gleich in die Insolvenz.

Ebenso erging es den Moskitos aus Essen. Und die Revierlöwen aus Oberhausen durften wegen fehlender Spielstätte auch gleich die DEL verlassen. Alle drei Teams starteten in der Folgesaison in der Viertklassigkeit. Man mag jetzt Oberhausen nicht unbedingt zu den „finanziellen Rückzügen“ zählen, aber warum dann kein Start in der 2. Bundesliga oder an einem anderen Ort? Zumindest war es auch da eine finanzielle Angelegenheit, da den Revierlöwen die Hallenmiete zu hoch und die Hallenbelegung zu ungüstig war und ein eigenes Projekt finanziell nicht gestemmt werden konnte..

Aufsteiger aus der Bundesliga war der ERC Ingolstadt, der als Finalverlierer der 2. Bundesliga wirtschaftlich und insbesondere infrastrukturell besser aufgestellt war als der Zweitligameister REV Bremerhaven.

So sind denn gleich drei Teams an der Bundesliga vorbeigerauscht, aber eins wurde „geliefert“.

DEL: 8/10
2. Bundesliga: 6 Aufsteiger, 4 Absteiger = -2

Saison 2002/03

Weiter ging es mit 14 Teams und wieder Playdowns. Der sportliche Absteiger Frankfurt Lions durfte aber in der Liga verbleiben, da dem Vorletzten, den Schwenninger Wild Wings die Lizenz aus wirtschaftlichen Gründen entzogen wurde. Diese tauschten mit dem Zweitligameister EHC Freiburg den Platz.

Aus diesem Grund verändert sich auch die Bilanz der DEL, denn es handelt sich um einen „wirtschaftlichen Rückzug“. Die Zweitligabilanz wird davon nicht berührt.

DEL: 9/11
2. Bundesliga: 7 Aufsteiger, 5 Absteiger = -2


Saison 2003/04

Hach, es könnte so einfach sein. Die Wölfe Freiburg steigen ab, der EHC Wolfsburg steigt auf.

DEL: 10/11
2. Bundesliga: 8 Aufsteiger, 6 Absteiger = -2


Saison 2004/05

14 Teams gingen an den Start und es gab Playdowns. Da ist es fast nachrangig, dass die letztplatzierten Kassel Huskies in der Liga verbleiben durften. Den Grizzly Adams Wolfsburg (Vorletzter und Playdowngewinner) wurde wegen nicht fristgerechtem Bau eine DEL-adäquaten Halle die Lizenz entzogen. Lange habe ich überlegt, ob man das als „wirtschaftlichen Rückzug“ bewerten kann. Eigentlich ja, eigentlich nein… also im Zweifel für die DEL.

Aufsteiger war übrigens der EV Duisburg.

DEL: 11/11
2. Bundesliga:  9 Aufsteiger, 7 Absteiger = -2


Saison 2005/06

Und wieder ging es mit 14 Teams und Playdowns weiter. Das war dann auch vorerst die letzte Saison mit einer Verzahnung. Pleiten gab es keine und so war das eine entspannte Saison in Sachen Auf-/Abstieg. Die Kassel Huskies stiegen ab, die Straubing Tigers auf.

DEL: 12/11
2. Bundesliga: 10 Aufsteiger, 8 Absteiger = -2


Saison 2006/07

Die DEL war wieder geschlossen, finanzielle Probleme mit Auswirkungen gab es keine. Allerdings sollte die DEL wohl wieder auf 16 Teams aufgestockt werden. Denn die Grizzly Adams durften aufsteigen.

DEL: 13/11
2. Bundesliga: 11 Aufsteiger, 8 Absteiger = -3


Saison 2007/08

15 Teams und eines fehlt noch. Die Kassel Huskies stiegen wieder auf.

DEL 14/11
2. Bundesliga: 12 Aufsteiger, 8 Absteiger = -4


Saison 2008/09

Mit 16 Teams geht die DEL in dieser Spielzeit an den Start. Es läuft alles eigentlich super, nur die Füchse Duisburg machen Sorgen. Mit einem Insolvenzverfahren zieht man sich zurück. Eine Aufnahme in der 2. Bundesliga scheitert aber an den Statuten, denn ein Club in einem laufenden Insolvenzverfahren kann nicht aufgenommen werden.

DEL: 15/12
2. Bundesliga: 12 Aufsteiger, 8 Absteiger = -4

Saison 2009/10

Man könnte fast damit rechnen, dass die DEL wieder auf 16 Teams aufstocken will. Aber nachdem den Kassel Huskies und den Frankfurt Lions die Lizenz entzogen wird und nur der EHC München aufsteigt, ist das wohl eher nur Spekulation. Die beiden Erstligisten rauschen übrigens mit einem Affentempo an der 2. Bundesliga vorbei.

DEL: 16/14
2. Bundesliga: 13 Aufsteiger, 8 Absteiger = -5


Saison 2010/11

Nüschte…

DEL: 17/14
2. Bundesliga: 13 Aufsteiger, 8 Absteiger = -5


Saison 2011/12

Man wird sehen…

Änderung vom 08.05.2012: Es ist schon sehr, sehr wahrscheinlich, dass der EHC München die DEL aus finanziellen Gründen verlässt. Momentan besteht die Chance, dass die Schwenninger Wild Wings den ganzen Laden übernehmen. Dann würde es so aussehen:

Änderung vom 14.08.2012: Hoppala... Ganz vergessen, ein Energiebrausehersteller ist beim EHC München eingestiegen, also ändert sich nix...

DEL:18/14
2. Bundesliga: 13 Aufsteiger, 8 Absteiger = -5